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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Die Wissenschaft des sei. Albertus.

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dienstlich zu machen. Die heil. Gesänge aber (wie die Psalmen) ge-braucht sie zur Belebung der Frömmigkeit ')."

Wir sehen, daß Albertus ganz im Geiste der Mystiker die Theo-logie als eigentlich praktische Wissenschaft, als Führcrin zur Heiligkeitpreist. Auch hier ist also von einer Trennung der Mystik und Scho-lastik nicht die Rede.

Bei den Beweisen in seinen theologischen Schriften benützt Albertaußer der heiligen Schrift die ganze heilige und profane Literatur desAlterthums und der christlichen Zeit, die ihm zugänglich gewesen. Vonden Vätern finden wir am öftesten angeführt den hl. Gregor vonNyssa Mooirns von Albert genannt), den hl. Chrysostomus, Gregv-rins, Eusebius von Cäsarca, Ambrosius, Augustinus, Hieronymus, Jo-hannes Damascenus, Fnlgcntius, Isidor, Viktorinus, Anselm, Bernar-dus; von andern Schriftstellern den Bvethius, den Rhabanus Maurus,Präpofitivns, Haimo, Wilhelm von Antin, den Johannes Scotns (Eri-gcna, dessen Cvmmentar zum Areopagiten er allein citirt), Hugo undRichard von St. Viktor, den Gilbert Porretanns, den Petrus Lom-bardns und andre. Ebenso werden aber auch Homer, Plato, Aristo-teles, Virgil, Ovid, Cicero und die arabischen Schriftsteller zur Be-weisführung oder Bekämpfung beigezogen.

Aus der Lehre von Gott hebe ich nur folgende Stellen heraus. Beider Frage über die Erkennbarkeit Gottes spricht er sich bejahend aus,indem er bemerkt:Etwas Anderes ist es, etwas berühren durch denVerstand, sich versenken in das Erkenntnißobjekt, und etwas Anderes,das zu Erkennende erfassen und begreifen. Das Elftere ist möglich inBezug aus Gott, das Zweite nicht, wie Augustinus sagt: Gott sehen kannich, aber nicht ihn begreifen. Denn begreifen heißt dessen Grunzenschauen Z."

Auf die Frage, ob die Dreieinigkeit Gottes durch die bloße Ver-nunft erkannt zu werden vermag, sagt Albert:Die Philosophen ha-ben durch die bloße Anleitung der natürlichen Vernunft die Drei-heit der Personen nicht zu erkennen vermocht. Denn die mensch-liche Seele gewinnt die Kenntniß keines Dinges, außer eines solchen,dessen erste Prinzipien sie in sich hat. Denn das sind gleichsam dieInstrumente, wodurch sie sich selbst belehrt und unterrichtet und vonder Fähigkeit, zu wissen, zum wirklichen Wissen übergeht. Sie hat aberin sich als Prinzip, daß eine einfache und untheilbare Natur nach Einer

1) LumivÄ Meol. x. 11.

2) Ibiä. x. 30.

Sighart, Albert d. Große.

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