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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Die Wissenschaft des sel. Albertus.

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Verursachten, zwölf unkörperliche, unbewegliche Gottheiten; unter diesendie körperlichen Götter, Planeten und Sterne; unter diesen die irdi-schen Götter, die den Schutz der Erdprodnkte haben

So hat Albertus also auch die ganze Metaphysik des Aristotelesin freier Bearbeitung und mit Verbesserung wiedergegeben; er hat wieder griechische Meister in dreizehn Büchern die Lehre vom Ucbersinn-lichen, von den Universalien, von den Prinzipien der Wissenschaft, vonden Namen der Dinge, von den Accidentien, von der Substanz, vonder Form, der Potenzialität, dem Maße, den Arten der Substanz (hie-bei auch von Gott), den reinen Geistern und den Prinzipien der sinn-lichen Dinge niedergelegt, und auch auf diesem Gebiete unbcmcßbarcnFleiß, bewunderungswürdigen Scharfsinn und große Vermittlungskunstgezeigt zwischen den Extremen und scheinbaren Gegensätzen; die Wahr-heit, die sowohl im Realismus als im Nominalismus liegt, hat er be-reits anerkannt und deren Vermittlung gesucht, die Unterscheidung dersubstanziellen Form (durch die Etwas ist) von der accidcntellen (durchdie das Soscyn bedingt ist) ist ihm schon eigen; die Lehre von Gottund der Erkennbarkeit Gottes gibt er in weit größerer Vollkommen-heit als sein heidnischer Vorgänger. Ueberhaupt hat er das Gebäudeder scholastischen Metaphysik so weit vollendet, daß den Späteren nurdie Erweiterung, Ausführung oder Beschneidung einzelner Theile übrigblieb.

O. Ethik. Auch von den zehn Büchern der Ethik des Aristote-les hat Albertus eine erklärende Paraphrase gefertigt und dieselbedurch die Benützung der Schriften des Cicero, Dionysius, des Boe-thius, eines alten Kommentators, des hl. Bernardus und andrerSchriftsteller bereichert und erweitert. Ueber sein Verhältniß zu Ari-stoteles spricht sich hier Albertus selbst am Anfang aus, indem er sagt:

„Der Name des Autors, den wir hier erklären, ist Aristoteles.Denn obgleich Viele von der Tugend gehandelt, so führen sie doch ihreWerke nicht aus. Ein Autor empfiehlt sich durch drei Dinge, durchseinen Namen, seine Wissenschaft, durch das Verdienst seiner Tugend.Aristoteles nun heißt nach der Bedeutung des Namens: Setzung derTugend (xositio virtntis) oder des Werkes. Das paßt für den, welcherdem Sokrates, wie wir in seinem Leben sehen, 22 Jahre anhing, dernur über Tugend schrieb und sie lehrte. Durch die Wissenschaft, weilaußer ihm Keiner über alles Wißbare schrieb. Sokrates verdient zwarim Allgemeinen vieles Lob; aber über die moralischen Tugenden ging

1) Netaxti^s. p. 392.