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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXIX.

in Bezug auf welche sie in ihr ist, sondern nur nach der dem Verstände,der sie erfaßt, entsprechenden Fähigkeit, und darum wird sic besser ge-nannt durch Verneinung von Allein als durch Position. Wenn sieaber benannt wird, versteht man den Namen durch Negation, Eminenzund Ursache. So wenn ich sage, Gott sei Substanz und zugleich sage,er sei nicht Substanz, weil er mit der Substanz nicht zu einer Gat-tung gehört, und dann sage, er ist erhaben über alle Substanz undUrsache aller Substanz. Und so isUs bei allen Benennungen. DieNamen aber, wodurch er benannt wird, drücken in allen Dingen Adelund Güte ans, wie Sey», Intelligenz, Substanzialität, Weisheit, Kraft,Güte, Aktivität, Beweger; alles das ist zuerst in ihm und nur nach-folgend in andern Dingen. Aber nur von den andern Dingen kennenwir sie, und darum haben sie schon an Vortrefflichkcit verloren, unddarum können sie nur negativ, pco cirnoontimn und als von ihrer Ur-sache von Gott ausgesagt werden ft."

„Die Pcripatetiker glauben, daß die Himmelskörper Seelen ha-ben mit Intelligenz, Einbildungskraft und Begebungen. Andre (Al-gazel, Moses, Isaak) meinen, es cxistircn außerhalb Intelligenzen, diejene Gestirne leiten unter dem Einfluß der ersten Substanz. Ich willnicht sagen, ob diese Ansichten wahr oder unrichtig sind ft."

„Jede andre Einwirkung eines Höheren ans das Niedere (nisi permotum corporis nniirmti) begreift man nicht durch die Vernunft; damüssen andre Prinzipien ausgestellt werden ans der Offenbarung desGeistes (?) und aus dem religiösen Glauben; davon ist aber in derPhilosophie der Pcripatetiker nicht die Rede; sie haben beide andrePrinzipien ft."

„Zehn Klassen (oräincs) der bewegenden Substanzen sind zu un-terscheiden; doch wird nie ein Sterblicher alle Bewegungen am Him-mel begreifen ft."

„Nach den Schülern des Sokrates ist ein höchster Gott, derVater aller Götter, die Ursache von Allem. Unter ihm sind die ersten

1) lVletapllxs. p. 372. Man sicht, wie hier Albert über Aristoteles hinansgehtund den Pseudodionysius benützt.

2) Netaplixs. p. 374. Man sieht, Albert spricht sich hier über diese Frage, obdie Sterne von Geistern regiert werden, wieder mit großer Zurückhaltung aus. Dochsagt er p. 38t wieder, jedenfalls bewegen die Intelligenzen die Gestirne nicht, wiedie Seele den Leib, sondern wie der Beweger das Bewegliche. Und später redet erimmer in diesem Sinne der Pcripatetiker.

3) Netazitr. p. 386.

4) lbiä. x. 390.