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Kapitel XXXIX.
er nicht hinaus. Plato hat die reinigende, zu reinigende und gerei-nigte Tugend in der Seele unterschieden; aber er hat nicht über jedeTugend nach Gattung und Art vollkommen gehandelt. Aristotelesaber hat vollkommener als Alle die Gattungen und Arten der Tugendgelehrt, er hat unterschieden das Vorausgehende und Nachfolgende,Werke, Eigenschaften und Wirkungen. Darum spricht er vom Gutendes Menschen in 4 Büchern; von den Prinzipien des Guten, seinenGattungen, Arten und Accidentien redet er in den Büchern der Ethik;von dem, was dem Guten vorausgeht im Menschen (den Seelenkräf-ten) und von den Wirkungen desselben, den Handlungen, spricht er imBuch äs luuäabilibns bonis. Das Gute des Menschen, in sofern erein häusliches, ehliches Wesen ist, behandelt er in der Oekonomik; dasGute des Menschen als Staatsbürger in den Büchern der Politik.
Sein Verdienst ist, daß er ob der Wahrheit und Richtigkeit sei-ner Lehre und seiner Sitten aus Athen vertrieben wurde, lieber weichendvor der Wuth als von der Wahrheit. Sie haben auch den Sokratesgetödtct und waren immer Feinde des Guten."
„Der Titel jenes Buches ist aber: Nikomachische Ethik des Sta-gyriten Aristoteles, was der Commentator also erklärt: Ethik kommtvom griechischen Ethos, was Sitte bedeutet. Nikomachische heißtsie, wie derselbe Commentator sagt, weil sie an Nikomachus, welcherder Vater, Sohn oder Freund des Aristoteles war, geschrieben ist. Erverfaßte auch eine andre Ethik, welche die endemische heißt, weil siean seinen Freund Eudemus gerichtet ist, die von jener im Wortlautfast nicht abweicht. Er hat auch ein Buch geschrieben, betitelt: Diegroßen Moralien, nicht weil es Andres enthält, sondern von Mehre-ren: handelt, z. B. von der Eintracht, Güte, Milde, wovon hier keineErwähnung geschieht. Aber wovon er hier spricht, das behandelt ervollkommener und ausführlicher als in den großen Moralien. EinigeAraber sagen, Nikomacha kommt von nilros, was Sieg bedeutet, weilhier der Sieg beschrieben wird, den ein Mensch durch die Tugendenüber die Laster erringt. Aber das ist bloße Fiktion und hat keineAutoritäten für sich. Stragyrita aber heißt Aristoteles von stro^,welches seine Heimath war."
Nach dieser Einleitung handelt also auch Albertus wie Aristotelesin zehn Büchern von der Moralwissenschaft. Er erörtert im I. Buchden Begriff, Werth, Zweck der Ethik, den Begriff des Guten und derGlückseligkeit; im II. Buch die Prinzipien der Tugend in uns; im III.den freien Willen, die Willkühr, die Kardinaltugenden; im IV. dieFreigebigkeit, Großmuth, ihren Anhang und die entgegengesetzten Laster;