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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel XXXIX.

und macht die Unterscheidung:Aus Nichts wird allerdings nichts durchGeneration, wohl aber durch den Akt eines Urhebers *)."

Gegen die Anschauung vieler Philosophen und Theologen (sara-cenischcr, jüdischer und christlicher), baß zuerst der Himmel in der Po-tenz der Materie gewesen und dann daraus durch Zeugung hervorge-gangcn, sagt Albert:Wir halten dasür, daß Alles zumal geschaffenworden und daß die Zeit gleichalt dem Himmel und seiner Bewe-gung sei, und von der Bewegung des Himmels die Bewegung dermateriellen Dinge angeregt worden

Hier findet sich auch seine Rechtfertigung gegen diejenigen, welcheihm bei der Bestreitung der Ewigkeit der Welt, die Aristoteles ange-nommen, den Vorwurf machen, er habe den Aristoteles nur nicht ver-standen, oder warum dann dieser scharfsinnige Geist diese Wahrheitnicht erkannt habe? Er sagt:Wer glaubt, Aristoteles sei Gott ge-wesen, der muß glauben, daß er nie geirrt. Wenn er aber glaubt, ersei ein Mensch, dann konnte er auch irren, wie wir ^)." Dabei be-merkt er auch:Der Anfang der Welt durch Schöpfung ist nicht phy-sisch und kann auch nicht physisch bewiesen werden; darum schwieg Ari-stoteles davon in der Physik ^)."

Albert ist gegen die Ansicht, daß die Himmel von der ersten Ur-sache ausgcgangen mittelst reiner Intelligenzen, die in der Ordnungdes Seienden voranstehen'), wie viele gelehrt haben.

Die Lehr? von der Bewegung führt die Untersuchung zuletzt ausGott als den ersten Beweger hin, der nicht als Körper, nicht alsKraft in einem Körper, sondern als untheilbarer Ewiger zu den-ken ist 6).

Im folgenden Buche vom Himmel und der Welt finden wirgleichfalls eigeuthümliche Bemerkungen des Albertus. Bei Besprechungder Dreizahl in der Natur sagt er:Einige Gesetze gebieten, gegenOsten zu beten, wie das des Pythagoras, was mit dem christlichenGesetze hierin zusammentrifft; manche nach Mittag, wie das des Tris-

1) H. VIII, kli^s. p. 317. Wir sehen, Albertus weiß den christlichen Schö-pfungsbegriff festzuhalten gegenüber dem Pantheism.

2) INb. VIII, p. 320.

3) Ibiä. p. 332.

4) Idiä. x. 333.

5) Idiä. p. 334.

6) Ibicl. p. 384.