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Kapitel XXXIX.
abthcilen; wo der Titel schlechthin den Stoff des Kapitels anzeigt,bedeutet dieß, daß dieses Kapitel ans den Werken des Aristoteles ge-nommen sei; wo aber im Titel eine Digresfivn angcdeutet ist, dießhaben wir vom Unsrigen bcigefügt znr Ergänzung und Beweisführungfür's Gesagte. Aus solche Weise fortschreitend, werden wir ebensoviele und gleichbenannte Bücher liefern, als Aristoteles. Wir werdenaber auch hie und da unvollendete Thcile von Büchern hinzufügcn,und manchmal unterbrochene oder ausgelassene Bücher, die entwederAristoteles nicht geschrieben, oder die, wenn er sie schrieb, nicht auf unsgekommen sind; wo dieses aber geschieht, wird der folgende Traktaterklären."
Hiemit gibt also Albertus selbst Aufschluß über sein Verhältnißzu Aristoteles in der Physik. Er will auch hier einen erklärten, er-gänzten, vollkommenen Aristoteles bieten.
Sofort schreitet er an die Eintheilung des Gegenstandes: „Dieganze reale Philosophie, welche durch die Werke der Natur in unsveranlaßt wird, während die ideale vom Geiste ansgcht, zerfällt inPhysik, Metaphysik und Mathematik. Nach der Natur derSache ist darunter diese die erste, welche vom Seyn an sich handelt,nicht in wiefern es mit Bewegung und sinnlicher Materie ausgefaßtwird, das ist die erste Philosophie, die Metaphysik oder Theologie').Die zweite der Sache nach ist die Mathematik, die sich besaßt mit Bewe-gung und sinnlicher Materie an sich, aber nicht nach ihrem Verhaltenin Gonereto Z. Das letzte ist die Physik, welche die Dinge betrachtetnach ihrem Seyn und Verhalten, mit Bewegung und Materie^).Da aber die erste Wesenheit sgniciäitus) die Ursache ist, von der dieQuantität und auch das bestimmte Seyn des sinnlichen Dinges nachseinen aktiven und passiven Formen ausflicßt, so ist ohne Zweifel dasErste die Ursache des Zweiten und Dritten; daher das Mathematischeund Physische das Metaphysische znr Grundlage haben und von die-sem die Prinzipien empfangen. Daraus geht auch hervor, daß dieMetaphysik die allgemeine Wissenschaft ist, insofern sie vom Seyn ansich handelt, die andern aber sind nur partikulare Wissenschaften, weil
1) Z. B. untersucht sie, was Substanz sei; da darf nichts Sinnliches und Ver-änderliches ausgenommen werden in Len Begriff.
2) Sie untersucht z. B- Kreis und Linie, aber nimmt dabei nicht Rücksicht aufLas Holz oder Erz, in dem ein Kreis beschrieben werden kann.
3) Himmel, Element, Herz, Mund u- s. s. können nicht ohne Materie und Ver-änderlichkeit erfaßt werden.