Die Wissenschaft des sel. Albertus.
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gestimmten christlichen Philosophie vorschwebt, ist kein anderer, alsder, daß Glaubens- und Vernunstwahrheit nicht im Widerspruchstehen, daß, weil beide ans Offenbarungen desselben Gottes beruhen,sie sich nicht widersprechen können, sondern in Harmonie stehenmüssen ft. Und dieses nachzuweisen, daß der Komplex der Offenba-rungswahrheiten ein zusammenhängendes, der Vernunft entsprechendes,großartiges Ganze sei, war das Bestreben säst aller christlichen Lehrer.
Während aber in der früheren Zeit des Mittelalters die Vernunft-forschung auf sich selbst oder auf die wenigen Ueberlieferungcn dergriechisch-römischen Philosophie beschränkt war, wurde im dreizehntenJahrhundert die aristotelisch-arabische Philosophie, das Gesammtsystemdes Aristoteles, im christlichen Abendlande bekannt, bald mit Eifer ans-gegriffen und zur Erklärung und Vertheidignng der Offenbarungslchreangewendct. Alexander von Hales, der i. I. 1222 bereits in Parislehrte, soll zuerst diesen Versuch gemacht haben. Aber erst Albertushat das hiebei vorschwebende Ziel scharf in das Auge gefaßt und mitunermüdetem Eifer verfolgt. Er war der Ueberzeugung, hier liege diegcsammte Verunnftwissenschaft vor, mit der daun die Theologie ver-glichen werden könne, um so in ihrer Vernünftigkeit und siegreichenWahrheit zu erscheinen. Dazu ward aber der Besitz und das Ver-ständniß der Gesammtwisseuschaft des Aristoteles erfordert. Darumverschaffte er sich Uebersetzungcn aller Schriften des Aristoteles, theilsgriechisch-lateinische, theils arabisch-lateinische, und fertigte allmählichaus diesen Quellen eine neue, größtenthcils paraphrastische, lateinischeUebersetzung aller damals bekannten Bücher des Aristoteles ft. Daßer hiebei keinen griechischen Text benützte, sondern nur Uebersetzuugen,ist wohl zunächst aus seiner Unkuude des Griechischen erklärlich. Dennwenn er auch wohl griechische Worte aus dem persönlichen Verkehrmit Gricchischredenden sich eingeprägt, die znm Uebersetzen unentbehr-liche Kenntniß der Grammatik blieb ihm fremd. Wir können darankaum zweifeln, wenn wir die von ihm so sehr geliebten Wvrterklärun-gen lesen ft.
1) Der entgegengesetzte Satz, daß ein Satz philosophisch wahr und theologischfalsch seyn könne, ist auch von der Kirche ausdrücklich verworfen.
2h'Die Uebersetzungcn, welche Albert bei den einzelnen Büchern benützte, führtJourdain a. a. O. an-
3) Lpieuraei erklärt er so, daß er sagt, sie seien Leute, die auf der faulen Haut(super eutem) liegen, oder sich um Unnützes kümmerten (eurantes). ^liieeuia äiei-tur ab a, ciuock est sine et tkeeuia, iguoä est ars. Lnck^mion von tu und