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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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286 Kapitel XXXVlI.

und sein Sterbetag alljährlich in den Klöstern zu Köln und Regens-burg feierlich begangen.

Im Beginne des stebenzehntcn Jahrhunderts nahm sich ein bayri-scher Fürst und Bischof, der den Namen des Albertus und große Ver-ehrung zu ihm trug, wieder mit allem Eifer und mit der Ausdauerdes bayrischen Charakters, der Sache an. Es war Albert IV., Grafvon Törring und Bischof von Regcnsbnrg (f 1649). Zuerst (i. I.1616) wandte er sich nach Köln mit der Anfrage, wie daselbst das Festdes Albertus begangen werde.

Zwei Jahre später stellt er an die Predigermönche zu Köln dieBitte, ihm das Haupt oder die Hirnschale vom Leibe des Seligen zugeben, da er es in kostbarem Gefäße im Dome anssctzen wolle. Dochdie Dominikaner zu Köln konnten sich von dem theuern Schatze nichttrennen. Um nun doch den Fürstbischof einigermaßen zu befriedigen,nahm der Generalbevollmächtigte der Prediger, Thomas Marmns, dasGebein des linken Armes aus dem Grabe des Seligen und sandtediese Reliquie nach Regensburg am 18. Jänner 1619.

Um dieselbe Zeit stellte der Bischof von Regensburg in Rom beidem Papste Paul V. die Bitte, daß das Fest des seligen Albertus,das in Köln und Regensburg bereits gefeiert werde, auch auf die ganzeDiöcese Regensburg ausgedehnt werden möge. Lange aber zieht sichsofort die Verhandlung hin. Die Kongregation in Rom, an derenSpitze der berühmte Bellarmin ') steht, antwortet zuerst, es sei überdie Beatification und die Wunder des Albertus in Rom nichts be-kannt. Es müsse also erst ein Prozeß eingeleitet werden. Man seiaber dazu geneigt. Sofort wurde von Regensburg aus nachgcwiesen,daß das Fest unter großem Concurse des Volkes bereits lange bei denDominikanern zu Regensburg gefeiert werde, ebenso zu Köln unterBeiwohnung der Universität und des Volks, daß Albertus in den al-ten Büchern und Matyrologien schon den Titel Beatus führe undWunder von ihm bekannt geworden. Der Bischof Albert sendet eineneigenen Kapellan, Menzl, nach Rom, um die Sache eifrigst zu be-treiben. Zugleich bittet er den Herzog Wolfgang Wilhelm von Neu-burg, den Churfürsten Maximilian in München und den deutschen Kai-ser Ferdinand, sich für ihn in Rom zu verwenden. Das geschah auchim Jahre 1622. Endlich, nachdem die Untersuchung alle Stadiendurchlaufen, erklärte der Papst Gregor XV., der unterdessen aus

1) Dessen eigenhändige Briefe an den Bischof Albert sind von großem In-teresse.