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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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285
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Von der Verehrung des sel. Albertus in der Kirche. 283

Mund der Kirche. Während die Welt nur seine natürliche Begabung,seine irdische Größe und die Eroberungen, die er durch den emsigenGebrauch der natürlichen Kräfte auf dem Gebiete der Wissenschaft gemacht,bewundert, nimmt die Kirche nur Rücksicht auf die übernatürliche Ver-klärung der menschlichen Persönlichkeit durch das Licht der Gnade, aufdas Lebenskunstwcrk, das durch das Zusammenwirken der menschlichenFreiheit und der göttlichen Liebe zu Stande gekommen. Während dieWelt den gewaltigen Umfang und die Tiefe seiner Erkenntniß anstaunt,hat sich die Kirche über die Vollkommenheit seines Willens, über seineTreue gegen das Gesetz des Herrn, über die Heiligkeit seines Lebensausgesprochen.

Vom Tode des seligen Albertus an war der Glaube an seineGlorie im Himmel an den Orten, wo er geweilt, allgemein verbreitet.Die Verehrung desselben entwickelte sich allmählich, indem einzelne Gläu-bige in ihren Nöthen zu ihm ihre Zuflucht nahmen, oder sein Grabmit Andacht besuchten.

Ungefähr fünfzig Jahre nach seinem Hinscheiden wurde auch be-reits die Frage über die Canonisation des Albertus angeregt. WieRudolph berichtet Z, hat der Papst Johann XXII. (st 1334), dergroße Freund der Wissenschaften, über die Heiligsprechung des Alber-tus Untersuchungen angeordnet. Wahrscheinlich war es, als dieserPapst den hl. Thomas von Aquin in das Verzeichniß der Heiligen derKirche i. I. 1323 eintrug. Doch wurde damals aus unbekanntenGründen der Prozeß nicht zum Ende geführt.

Unterdessen nahm in Köln, der Hauptstätte des Wirkens unsersAlbertus, dessen Verehrung unter dem Volke immer mehr zu. Undals dann in Folge der wachsenden Devotion die Eröffnung des Gra-bes geschehen war, als man die Leiche im Ganzen noch wohlerhaltengefunden hatte, und als mehrere Heilungen am Grabe des Seligengeschehen waren, wurde mit Erlaubniß des Papstes Junocenz VIII.ein Officium zu Ehren des Albertus verfaßt?), ein Altar errichtet

1) Prussia sagt bloß: Ouvr beatus Dlromas ezus ciiscipulus 8anctoruir>-scriberetur Latalo^o, äe Ltberti etiaur Oauonisatious ut aiunt tractabatur; liestpropter nsgsiiAelltianr tratruru, gui causam non agitabant, prosccutions careret.V. ^.Ib. p. 220.

2) Petrus de Prussia hat die Geschichte im Chor zu siugeu ganz gemacht, dieAntiphonen, Lektionen, Nesponsorien, Hymnen, die Messe mit Sequenzen arm» 1487.So heißt es in einem Berichte aus Köln an den Bischof Albert von Negensburg:Die Originalakten über das hier Gesagte und das Folgende finden sich noch in Re-gensburg.