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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXVII.

christlichen Geistes zu bringen. Versteht man, wie dieß gewöhnlichgeschieht, unter scholastischer Philosophie die Versuche, griechische, na-mentlich aristotelische Philosophie mit der Kirchenlehre zu verschmelzen,so wird man Albert (so wenig haben seine Vorarbeiten den Nachfol-gern zu thun übrig gelassen) den größten Repräsentanten derselbennennen müssen. Auch was die Behandlnngsweise der Philosophiebetrifft, die seinen, haarspaltendcn Begriffszerlegnngcn nämlich, hat eskeiner der Folgenden dem Albertus um so viel, als er den Früheren,zuvorgethan. Auch der Gebrauch einer strengen, größtcntheilsaristotelischen, dann, oft schlecht genug, in's Deutsche übersetzten Ter-minologie, die noch jetzt in der deutschen Philosophie unentbehrlichist, läßt sich auf die Scholastik und ihren großen Ahnherrn znrück-führen: Der allergrößte Theil der philosophischen Kunstausdrücke, diebei Kant und den Spätern Vorkommen, findet sich schon bei AlbertZ."

Und so, sehen wir, haben alle Jahrhunderte Kränze des Lobesund der Anerkennung auf das Grab nnsers großen Meisters gelegt.Männer aller Zungen, aller Fächer, aller Bekenntnisse haben ihm ihreHuldigung nicht versagen können. Alle find darin einstimmig, daßihm der Name des Großen mit vollem Rechte beigclegt werde, daßer ein Wunder der Gnade und der Wissenschaft in seiner Zeit ge-wesen!

Kapitel xxxvn.

Von der Verehrung, die dem seligen Albertus in der Kirche zu

Theil wurde.

Zn dem Lobe der Welt, das dem großen Albertus in so reichlichemMaße zugefallen, kam aber noch eine Anerkennung von weit höheremWerthe, die Bestättigung seiner sittlichen Vollkommenheit durch den

1) Prof. Erdmann ergicßt sich also in Lobsprnchen auf Albertus. Doch ist die-ses Lob dadurch von geringerem Werth, weil er den Albertus selbst offenbar fastnicht kennt. Alles, was er über dessen Leben vorbringt, ist unrichtig oder schief auf-gefaßt. Wenn er sagt, die 21 Folianten enthielten fast nur Vertheidigung der ari-stotelisch-arabischen Philosophie, so sieht man, daß er diese Bände nur äußerlich sichangesehen, denn im Innern hätte er gefunden, daß nur sechs Bände der Philosophiegewidmet seien, die andern aber theologische und ascetische Themen behandeln.