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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Wie die Menschen das Andenken des sel. Albertus feierten. 283

Auch im Kosmos ') thut Humboldt des Albertus Erwähnung, in-dem er sowohl dessen Schwächen als dessen Vorzüge anführt. Er sagt:Albert hat ursprünglich ans unedlen Metallen edle machen wollen.Dazu seine Experimente. In der natura looornrn spricht er überClima, Sonneneinfallswinkel und Wärme ganz überraschend. Aberer meint noch, aus Roggen könne noch Weizen, aus verfaulten Buchen-blättern Birken, aus Eichcnzweigen Weinreben werden."

Endlich können wir nicht unterlassen, einen geistreichen Lobrednerdes Albertus in der neuesten Zeit anzuführen. Es ist dieses Profes-sor Or. Erdmann in Halle. Er hat in einer geistsprühcnden Rede chauf die hohe Bedeutsamkeit des Albertus für die Philosophie aufmerk-sam gemacht. Er nennt hiebei den Albertus, Paracelsus und JakobBöhme als die eigentlichen Typen der deutschen Philosophie. Er sagtnach manchen witzigen Bemerkungen von Albertus :Der Gottfriedvon Bouillon in diesem Kreuzzuge der Ideen ist Albert der Große.Er bildet den Kanal, durch welchen die Blüthe der griechischen Phi-losophie, die Lehren des Aristoteles, durch den ferner die Philosophie,welche aus dem Judenthnm nach seinem Contakt mit griechischen Ideenhervorgegangen war, die sogenannte alcxaudrinische Philosophie, Ein-gang in's Mittelalter gewinnt. Beide hatten, aus der christlichenWelt vertrieben, bei den Arabern Schutz, Nebersetzer und Erklärergefunden. Von jüdischen Aerztcn ans dem Arabischen in's Lateinischeübersetzt, kamen nun diese Schriften mit den Erklärungen der Muselmännerin Albert's Hände und mit welchem Fleißc er sie studiert hat, zeigen die21 Folianten, in denen er großenthcils nur ihre Lehren vertheidigt underläutert (!). Es ist ein merkwürdiger Anblick, wenn man als Schüler zuden Füßen des Erzhciden Aristoteles den großen Kirchenlehrer fitzen sieht,der (als wäre Aristoteles noch nicht nnchristlich genug) ihn sich vonAntichristen cvmmentiren, von Inden intcrpretiren läßt und dann mitgleicher Ehrfurcht Bibelsprüche, Lehren des Aristoteles, Anssprüche derKirchenväter, des Avicenna und des jüdischen Arztes David anführt,um die Wahrheit der katholischen Lehre zu beweisen. Merkwürdig,aber nicht unbegreiflich; denn es handelt sich eben darum,-den ganzenKreis der Ideen nichtchristlichcr Weltweisheit in die Dienstbarkeit des

1) Bd. II., 234. Und Aich. 466.

2) lieber die Stellung deutscher Philosophen zum Leben. Berlin 1850 beiW. Herz. Auch in dessen gesammelte Schriften ausgenommen.

3) Seite 32.