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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel XXXVI.

fläche der Erde bis zum fünfzigsten Grade nördlicher Breite bewohntsei, während noch hundert Jahre früher Edrist wie Aristoteles den ge-lammten bewohnten Theil der Erde in die nördliche gemäßigte Zone ver-legte. Albert bei seinem Eifer, die Schriften des Aristoteles, welche durchdie Araber in Spanien und durch die arabistrenden Rabbinen allmählichsich zu verbreiten begannen, bekannter zu machen, wurde für das christ-liche Europa dasselbe, was Avicenna für den Orient gewesen war.Seine verschiedenen Abhandlungen sind mehr als bloße Paraphrasenaristotelischer Werke. Die erwähnte Schrift: Illbsr AsoZraplüsus äsnatura losoruin ist ein Abriß der physischen Erdkunde, in welchemder Verfasser, nicht ohne Scharfsinn, entwickelt, wie der Unterschied derBreite und die Beschaffenheit der Erdoberfläche gleichzeitig die Ver-schiedenheit der Climate bedingen." In einer Note fügt Humboldtbei:Die Bemerkungen und Schlußfolgen Albert's über die größereoder geringere Wärme, welche durch den Einfallswinkel bedingt wird,und deren Veränderlichkeit mit den Breitegraden und Jahreszeiten, so-wie über die Kälte und Wärme erregenden Wirkungen der Gebirgesind für die Epoche, in welcher dieser durch seine ausgedehntevielumfassende Gelehrsamkeit ansgezeichnete Mannlebte, überaus merkwürdig."

Später erzählt dann an derselben Stelle Humboldt noch, daß manin der Lehre des Albertus von der Bewohnbarkeit der Erde bis zum50. Grade südlich später (drei Jahre nach dem Tode des AmerigoVespucci) eine durch die Seefahrt des Vespncci erfüllte Prophezeiunggesehen hat.

Ferner schrieb Alexander von Humboldt in einem Briefe anErnst Meyer in Halle über unfern Lehrer:Ich habe mich, als ichmeine Geschichte der Entstehung der allgemeinen Weltansicht bearbei-tete, in Paris viel mit dem großen Manne beschäftigt, ja noch neuer-lichst im Uxrunsn oriO^us äs In Osograpllis äu (juiurisius sisslsgezeigt, wie z. B. sein Werk äs natura, losoruiu den Keim einer treff-lichen physischen Erdbeschreibung enthält, wie Albert der Große scharf-sinnig den Einfluß erkannte, den nicht die Breite allein, sondern die,die Wärmeausstrahlung mvdificirende, Gestaltung der Oberfläche aufdie Climate ausübt. Am gründlichsten und rühmlichsten ist dieseherrliche Figur des Mittelalters wohl von Jourdain behandeltworden Z."

>) Vgl. L-chlechtendals Ltnnäa Bd. X., S. 659 u. Bd. XI. S- 547.