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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Wie die Menschen das Andenken des sel. Albertus feierten. 279

des Aristoteles, Euclides, Petrus Lombardus und Andrer geschrieben.Er besaß die höchste Beredsamkeit in seinem Jahrhundert, die höchsteGelehrsamkeit auch noch in dem unsrigen."

Der Regensburger Hochwart sagt im dritten Buche seiner Chronik:Albertus II., ein Schwabe von Laningen, mit dem Beinamen derGroße, nicht ob der Größe des Körpers, sondern durch den Erweisder verschiedensten Wissenschaften und Kenntnisse')."

Der Priester Andreas schreibt gleichfalls in seinem Chroniken derBischöfe von Regensburg:Albertus Magnus, Lektor zu Köln, vomPrcdigcrvrden, war ein Mann von wahrlich großer Wissenschaft, wiewine Schriften zeigen Z."

Unermüdet waren aber die Schriftsteller von Köln, den Rnhmihres großen Meisters Albertus zu verkünden. Statt Aller mag dev-oten genannte Ortwin reden, der in seiner pomphaften Lobrede aufdie Philosophie also spricht:Unter allen Bearbeitern der Philosophiesehen wir den ehrwürdigen Albertus Magnus hervvrragcn, der dieWeisheit des Sokrates in sich vereinigt hat mit der Fülle des Plato,der Erfindung des Aristoteles, dem Fleiße des Pythagoras, der An-muth des Jsokrates, der Süßigkeit des Thcophrast, der Gewalt desDemosthenes, der Beredsamkeit des Cicero; der Andern Würde hat ererreicht und durch. Heiligkeit der Seele den Himmel errungen. Zwi-schen den Meeren ist kein Ort mehr, er sei noch so entlegen und un-bekannt, der sich an der Wissenschaft des Albertus nicht ergötzte unddiesen nicht in steten Lobpreisungen zum Himmel erhöbe. Besondersverdient er Lob, weil man ihm drei Namen beilegen darf, den einesPolyhistors, des Philosvphotatos und des Polygraphotatos, d. h. erist Vielwisser, größter Philosoph und reichster Schriftsteller über die ver-schiedensten Dinge. Aus seinen Büchern erhellt sonnenklar, daß keinerwahren Wissenschaft Kenntniß ihm gefehlt habe. Denn er hat nichtbloß den Becher der grammatischen und rhetorischen Wissenschaften ge-trunken, sondern mit Begierde auch den herben Becher der Dialektik,den süßen der Musik, den klaren der Geometrie und den nektarvollender ganzen Philosophie."

Wenn in solcher Weise die alten Schriftsteller einstimmig sind,daß dem Albertus der Name des Großen gebühre, den ihm seine Zeit-genossen schon zuerkannt, so haben auch die Männer der Wissenschaftin der Neuzeit nicht unterlassen, ihm den Tribut der Anerkennung und

1> Bei Ool. I, I-. 207.2) Oet. I, 36.