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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXVI.

msses fast ein Wunder, in der Theologie weit der gelehrteste, vonallen Philosophen, die ganz Deutschland vor und nach ihm hervorge-bracht, der erste. Ob der Menge und Größe seiner Kenntnisse erhielter den Namen des Großen, was noch keinem Gelehrten bei Lebzeitengeschehen ist ')."

Der heilige Erzbischof Antoninns von Florenz nennt den seligenAlbert einen Mann, der die Welt erleuchtet durch die Heiligkeit seinesLebens und durch den Ruhm seiner Gelehrsamkeit unter den PäpstenAlexander IV., Urban IV., Clemens V., Gregor X., Jnnocenz V.,Hadrian V., Johann XXI. und Nikolaus III

Sehen wir dann auf die eigentlichen Geschichtschreiber, so stimmenauch diese in die allgemeine Lobpreisung des Albertus ein. So sagtTrithemius:Nach Albert stand kein Mann mehr auf, der ihm gleichund iu allen Kenntnissen so unterrichtet, in allen Wissenschaften so ge-lehrt und in allen Dingen so erfahren gewesen ch."

In der belgischen Chronik steht von ihm der bekannte Lobspruchgeschrieben: Xllbertrm VluAnus lAuAnus in ÄInAiu, iVlnjor in Illiilo-sopllin, Naxiirins in Tlioologia.

Unser bayrische Geschichtschreiber Aventin vergleicht den Alber-tus mit dem Polyhistor Varro und ergeht sich in Lobpreisungen sei-ner Wissenschaften und Sprachkenntnisse. Er sagt:Albert war noll-größer als Varro. Denn nichts war ihm unbekannt, Alles wußte ervollkommen; er war der treueste Dolmetscher der Natur nach Ari-stoteles. Lies seine dialektischen, mathematischen, physikalischen, meta-physischen, ethischen, theologischen Schriften, ja, wenn man es sagendarf, sogar seine genauen und ausgezeichneten magischen Werke. Esist, wie wenn er nur auf Eines sich verlegt und das Andre nicht un-gerührt hätte. Er kannte nicht weniger des Plato, Epicnr, Pythago-ras und der andern Philosophen Lehren, wie die des Aristoteles. Erwar der erste Lateiner, der erforschte, was iu den griechischen, lateini-schen, hebräischen, arabischen, ägyptischen Philosophen Treffliches sichfindet. Er hat zuerst unter allen Lateinern Commentarc zu den Werken

1) OibliotU. sanol. 1. IV. bei Oclrarä, 8orisil. Orä. Oraeä. I, 170-

2) Nndolph.

3> Oe sensit, eeeles. si. 195 es. Lol. 1546.

4) V. Bch. d. Annalen Bayerns. Wie viel davon richtig sei, werden wir spä-ter untersuchen. Die von nun an über Albertus Schreibenden kennen ihn meist nurvom Hörensagen. Erst die Neuzeit gab sich wieder Mühe, Ritter, Humboldt, Jourdain,Neander, Poullet, Friedrich v. Meyer haben wieder einzelne Werke desselben gelesen.