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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Wie die Menschen das Andenken des sel. Albertus feierten. 277

Lobsprüchen auf den Meister und ans den Schüler sich ergeht. Dochgenug! Wir sehen, das Lob des großen Lehrers erschallt in Italienwie in Deutschland und Frankreich ans gleiche Weise durch den Mundder begeistertsten Dichter!

Wer wäre aber dann erst im Stande, die Urtheile alle zu sam-meln und zum Kranze zu binden, welche von den größten Gelehrten,Geschichtschreibern und Fachmännern über die Verdienste des Albertusin den einzelnen Bereichen des Wissens gefällt wurden? Alle stimmenja in dem Ausdrucke der Bewunderung und des Lobes ein. Ich willnur die gewichtigsten Stimmen hervorheben.

Wir beginnen mit dem von den alten Biographen angeführtenUrtheile des Papstes Pius II., der in einem Briefe also schrieb:Do-minikus, in Spanien geboren, hat neues Licht auf den Erdkreis ge-bracht. Unter seinen Schülern sind Viele, die große Frucht bringenim Evangelium. Andre sind durch Gelehrsamkeit ausgezeichnet, so be-sonders der große Albertus, dem keine Art der Wissenschaft unbekanntwar, wie man glaubt')."

Wie die Schüler des großen Meisters über ihn urtheilten, habenwir schon mehrmals angeführt. Der schon oft genannte Thomas Can-tipratanus sagt:Albertus hat Alle in der Wissenschaft übertroffen."Und ein andrer, Ulrich Engelbrecht von Straßburg Z, bemerkt:MeinLehrer Albertus, ehemals Bischof von Regensburg, war in allen Wis-senschaften so göttlich, daß er füglich unsers Zeitalters Staunen undWeltwunder genannt werden kann. Auch war er in der Magie be-wandert."

Der ausgezeichnete Sixtus von Siena (geb. 1520), gleichfalls einOrdensgenosse, der erste strengwissenschaftliche Erklärer der heiligenSchrift, führt unter den ausgezeichneten Exegeten unfern Albertus anmit den Worten:Er war ein Mann von wunderbarer Erudition,dem von den göttlichen Dingen Weniges, von den menschlichen vielleichtNichts entgangen, an Schärfe des Geistes und an Kraft des Gedächt-

1) Rudolph und Prussta S. 260.

2) Vgl. 8erii,tore8 Orä. vom. I, 170. Er spricht davon im Werke: Vssumm» bono lib. IV, traot. III. oap. 9. äs sudst. sxirNualibus sei. äs rnoäoapparitioni8 anAelornm. Es heißt da: äliter ab omnibus praemvsis 8«ntitäoetor meU8 Vominu8 tvibertn8, ep>i8eopu8 quonäam Kati8p>onen8i8, vir in omni8eientia aäso äivinus, nt no8tri temporv 8tupor st miraoulum son^rus voearixo88it, st in ma§iei8 expsrtu8, ex c,uibn8 mnltum äepenäet Irnjn8 matsrias8oientia. Was hier Kenutniß der Magie heißt, würden wir jetzt ohne Zweifel Natur-mystik nennen, nicht Zauberei.