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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXII.

Doch nicht bloß durch die Sprache der bildenden Künste hat dieWelt dem großen Albertus ihre Huldigung überall gebracht, auchPoesie, Beredsamkeit und Geschichtschreibung haben in allen Jahrhun-derten gewetteifert, Blumen des Preises und der Ehren auf sein Grabzu streuen. Wir wollen von der Fülle solcher Zeugnisse die bedeut-samsten hervorheben.

Voran steht der Fürst der christlichen Dichter, Dante. Er hat inseinem unsterblichen Gedichte, das wahrhaft ein Vorspiel des Weltge-richtes genannt werden kann, und alles Wissen der Zeit umfaßt, auchden Albertus nicht vergessen. Im zehnten Gesang des Paradieses ')erscheinen dem Dichter die großen Lehrer der Kirche, als er im Aus-stcigcn die Sonne erreicht. Im Namen Aller spricht da zu ihm Tho-mas von Aquin:

Ich wrr ein Lamm aus jener heil'gen Heerde,

Die solchen Wegs Dominikus einherführt,

Drauf gute Nahrung findet, wer nicht abschweift.

Er, der zur Rechten mir am nächsten stehet,

War Bruder mir und Meister, er ist AlbertVon Köln, und ich bin Thomas von Aquino."

Es ist gewiß für Albertus ruhmvoll, in solcher Gesellschaft undin solcher Stellung genannt zu werden!

Später dann hat ein Ordeusgenossc des Albertus sein ganzesLeben und Wirken in poetische Form gekleidet. Es ist die TiSAenäumsti'icm b. Jlldsrti, welche Jakobus Baudensis in Hexameternverfaßt hat ^).

Die Wunder des Albertus besangen seine Ordensgenossen Prussiaund Leander Flaminius, wie wir schon erzählt haben.

Später ward des Albertus Name in Epigrammen und poetischenErgüssen häufig gefeiert. Der Kardinal Bembo, sonst bekanntlichkein Anhänger der Scholastik, singt von ihm:

Hainrae si gniä ts rsrum lorte latevat:

Hoc legis in inagno, Deutone lVlagne, äeo.

1) Vers 94 100. Vgl. die meisterhafte Nebersetznng des Dante sammt Kom-mentar von Philalethcs. III. Bd. S. 127. Daselbst ist auch eine Lebensskizze desAlbertus und öftere Benützung seiner Doktrinen zu finden.

2) Im Anhang zur prosaischen Degenän LIberti, die Rudolph von Nymwegengeschrieben. Ed. i. I. 1490 zu Köln. In der kgl. Hof- und Staatsbibliothek zuMünchen.