Wie die Menschen das Andenken des sei. Albertus feierten. 273
Ordcnsfeinde, das Andenken desselben nicht vergessen. So zeigt Padua,wv er die höheren Studien gepflogen, seine Büste auf dem Prato dellaBalle, wo diese Stadt alle Männer ehrt, die in ihren Mauern mit be-sonderem Erfolge die Wissenschaft betrieben haben ').
Im Chore des Domes von Orvieto war auch das Bild des Al-bertus einst angebracht °).
Außerdem sieht man das Bild des Albertus an mehreren OrtenItaliens, wo die großen Geister der katholischen Welt überhaupt, oderdie des Dominikanerordens insbesondre, znsammengestellt sind. So istes zu schauen im Krcuzgange vom Kloster St. Marco zu Florenz, wodie Hauptwand in Fresko vom berühmten Prcdigerbruder Johann vonFiesole (geb. 1387, gest. 1455) mit den Porträts der ausgezeichnet-sten Mitglieder aus dem Dominikanerorden geziert wurde ch. Da erscheintbei dem Kreuze des Herrn neben dem Papste Jnnocenz V., dem KardinalHugo, dem hl. Antouinus von Florenz, dein Jordanus aus Sachsen,dem hl. Raimnndus von Pennaforte, dem hl. Bincentius Fcrreriusund vielen Andern auch Hbortns iilaZnus ä'Er erscheintals greiser Bischof in Ordenstracht, feurig, ganz vergeistigt, eine herr-liche Gestalt! So finden wir unfern großen deutschen Meister hierwunderbar gefeiert, er glänzt als Stern erster Größe an diesem reichenHimmel der Größen des Ordens. Aber noch an hundert Orten wa-ren und sind Bilder des großen Albertus zu sehen! ch
1) Nach einer Vermuthung, die sich auf fremde Erzählung stützt. Meine Erin-nerung reicht nicht aus, da ich schon vor Jahren Padua besucht habe.
2) Vgl. Kreuser's Kirchenbau I, 379. In der Ltoria äd Ouomo cii Orvietop. 106 heißt er: Alberto ooAirominato it magmo, Voseovo cii Ratisboua.
3) Man vergleiche über diese Bilder des himmlischen Fiesole in 8t. Llareo dastreffliche Werk: 8an iVlareo eonvento 3d paäri xreäieatori in bllronro illustratuet inoiso priiieipalmeiits iroi ciipiut! äel 2. Oiovanni ^.ngdieo, eoiia vita cldioshesso pittors e uu aunto storieo ctet oonvento meäeaiino cii l?. Viueeuro iVlar-eircse, Oomenioairo. bllr. 1845 u. 46. 2 Vd.
4) Vgl. Bianco S. 56. Ich wählte das hier vorkommende Bild des Albertusals Titelbild, da es das älteste und ohne Zweifel wahrste, geistvollste aller Porträtsdes Seligen ist. Es ist mir durch hohe Gnade eine Originalcopie des Bildes vonFlorenz zugekommen.
5) Spätere Porträts in Kupferstich sieht man bei Bullartins, Nadcrus, Jammpund nach letzterem im Enchiridion des Meisters, das der sel. Sailer edirtc. Obwohlvorae dügiea geheißen, zeigen sic doch sicher keine Spur des Geistes unsers Alber-tus; es sind schablonenmäßige, geistlose Mönchsgesichter des siebzehnten Jahrhunderts.Die neuesten wohl ganz willkührlichen Stiche sind bei Heideloff (Kleiner Gothe,Umschlag) und im rhein. Volkskalender 1856 zu sehen.
Slghart, Albert d. Große.
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