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Kapitel XXXVI.
Eine andre lateinische Inschrift bei dem Bilde des Albertus lau-tet also:
Albertus irmAnus civis olorismmus oliiri,
ImrünAns ciootor iriaAQirs pumesulquo saororumluol/tus, omuiAoiius sooiptor oeloberoiirrus artis,
8io ooulos, sic oru sLnsx vultumquo Aereliat.
Oberhalb der beiden Figuren ist als Naturwunder der großeLauingcr Schimmel abconterfeit, der dort zu Alberts Zeit gelebt habensoll, gewissermaßen ein Naturanalogon zur Geistesgröße des Albertus.Dabei steht die Inschrift:
lVIirus molis eqnus, velox et sultibus nptus,kruelonAus ter quinquo peäes et vordere muAiius,
^luseitur TLIsssrti I^LvinAae sub Iure Vln--ni Z.
Leider stammen alle diese Gemälde in ihrem jetzigen Zustande erstaus dem Jahre 1685 oder 1782, wo der Thurm eine Restaurationerlitten hat. Obwohl die Inschrift also auf Porträtähnlichkcit hinweist,ist doch an solche nicht zu denken; der Kopf des Albertus zeigt einganz ordinäres, geistloses, bcbartctcs Gesicht; er trägt eine thurm-hohe, gespitzte Mitra, wie die Zopfmaler jener Zeit die Bischöfe zumalen in Ucbung hatten.
Die Einwohnerschaft von Lauingen hat aber auch noch dadurchdas Andenken des Albertus gefeiert, daß sie später den zweiten Altarihrer stattlichen, gothischen Pfarrkirche ihm zu Ehren weihte und mitReliquien desselben schmückte.
Auch in der neuesten Zeit ist Bayern nicht zurückgeblieben in derFeier des großen Meisters. Die Walhalla bei Regeusburg zeigt unterden Gedenkbildern der großen Männer Deutschlands auch eine Ge-dächtnißtafel des Albertus Z.
Wenn in solcher Weise Deutschland dem großen Lehrer der Phi-losophie und Theologie reichen Tribut der Anerkennung durch öffent-liche Denkmäler zollte, so hat auch Italien, die Stätte seiner höhernBildung, seiner Erwählung und seiner Triumphe im Kampfe gegen die
1) Eine Volkssage weiß auch hier wieder zu erzählen, dieses große Pferd habesich von Niemand zähmen lassen, als von der Hand des kleinen Albertus, der alsoseine große Gewalt über die Natur schon als Kind kundgegeben. Andre Sagen vondiesem Schimmel im Lauinger Sagenbuch. Ausführlicher redet von diesen InschriftenNasser in der Geschichte der Stadt Lauingen (1822) S. 79.
2) Diese sagt: Albertus Nagnus, Liseliot von Ro^ensbur^, xet>. 1205,ge8t. 1280. In der Biographie der Walhallagenossen ist er irrthümlich Graf vonBollstätt genannt. Später waren Bollestater auch Bürger von Nördlingen (Nasser).