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Kapitel XXXVI.
von Holz (jedes etwa Fnß lang), der eine Krümmung von Eisen oderBlei nach oben zeigt, wurden wieder in einen kleinen Holzsarg gelegtund verschlossen, dieser aber wurde an der Wand beim nördlichenSeiteneingang der Andrcaskirche angebracht. .Wahrlich ein armer, ge-schmackloser Schrein! Auf dessen Deckel liegt halbaufgerichtet die häß-liche Figur eines Bischofes mit Buch und Stab, die den seligen Alber-tus verstellen soll ff. Dagegen wurde der Ornat zurückbchalten undin der vbern Sakristei der Andrcaskirche niedcrgelegt, wo er noch zusehen ist. Er besteht aus der Casula, der Stola und Manipel. DerStoff aller drei Paramente ist trefflicher Seidenblüschsammet von vio-letter Farbe.
Die Casula ist von bedeutendem Gewichte und hat noch die ehr-würdige Form eines Häuschens oder faltenreichen Mantels, der denganzen Körper bedeckt, so daß sic an den Armen aufgeschlagen werdenmußte. Au der Vorder- und Rückseite der Casula ist ein Kreuz(nriritrisiki.) angebracht ff, das die Form eines Palliums hat, aus Gold-stoff gefertigt und mit wechselnden rothen und grünen Carreaux oderSternen geschmückt ist.
Die Stola ist ein langer schmaler Streifen, der bis zum Ende derAlbe hiuabreicht und mit den gestickten ganzen Figürchcn der zwölfheiligen Apostel geschmückt ist, während die Manipel, von gleicher Form,nur kürzer, die Bilder heiliger Jungfrauen und an den Enden die Fi-guren zweier Dominikauerhciligen (?) zeigt. Dieser höchst merkwürdigeKirchenornat gibt uns einige nicht uninteressante Aufschlüsse.
Wenn dieses der Ornat ist, in welchem die Leiche des Albertusi. I. 1280 in das Grab gesenkt wurde ff, welche Solidität kam denalten Kirchcnstoffcn zu, da dieser Ornat allen zerstörenden Mächtenund Unbilden so kräftig widerstanden hat, daß er noch heute benütztwerden kann? Ferner ist auch die violette Farbe dieser Parameutevon Bedeutung. Es scheint, daß damals die violette Farbe auch hier
1) Die Akten über diese Translation liegen im Pfarrarchive von St. Andreas.Die hier mitgetheilten historischen Notizen verdanke ich den freundlichen Aufschlüssen,die mir der Herr Pastor von St. Andreas in Köln persönlich gegeben hat.
2) Das Kreuz an der Vorderseite verlängert den Hauptbalken noch bis zumHals und endet mit einem Quadrat, welches vielleicht an die Kreuztafel mah-nen soll.
3) Die Anbringung von Heiligen des Dominikanerordens an der Manipel i. I.1280 könnte einige» Zweifel erregen. Jedenfalls war aber der Ornat fast vierhun-dert Jahre im Grabe des Seligen.