Verherrlichung des Albertus nach dem Tode. 265
So hatte Gott dennoch nicht völlig unterlassen, auf das Grabseines Dieners einige wunderbare Blumen zu streuen; er hatte denLeib des Seligen vor der Verwesung bewahrt, er hatte die Beselignngdes Albertus in Visionen knndgegeben, er hatte am Grabe Heilungengeschehen lassen. Und so wurde durch besondere Gnadenerweise derWelt neuerdings gezeigt, auf dem seligen Meister Albertus ruhe dasWohlgefallen des Herrn.
Kapitel xxxvi
Wie die Menschen das Andenken des seligen Albertus feierten.
Während der Allmächtige selbst Zcugniß gab von der Verherr-lichung feines großen Dieners, waren auch die Menschen, in derenMitte er gelebt, zu deren Erbauung und Erleuchtung er so Wunder-bares gewirkt, ohne Unterlaß bemüht, den Namen, die Verdienste unddas Gcdächtniß des Albertus auf würdige Weise zu feiern. Alle Jahr-hunderte von seinem Tode bis zur Gegenwart haben als Zeichen ihrerVerehrung und Bewunderung des großen Mannes neue Kränze aufsein Grab gelegt'). Wie sich öffentliche Monumente erhoben an denOrten, wo er gewandelt, wie seine Reliquien, seine Bücher und Hand-schriften in höchsten Ehren gehalten wurden, so wurde in Liedern undSagen, in Geschichtswcrken und Reden der Name des Albertus ohneUnterlaß gepriesen. All das gibt Zeugniß, in welchem Ansehen dergroße Meister des Mittelalters als Lehrer, als Theolog, Philosoph,Naturforscher und als Muster der christlichen Vollkommenheit stand.Wenige Persönlichkeiten der Geschichte sind von einem so weithin leuch-tenden Strahlenkränze umgeben, wenige wie er gepriesen in so vielenLändern, vom Gelehrtesten wie vom ungebildeten Volke, von Männerndes verschiedensten Standpunktes in Bezug auf religiöses Bekenntniß,auf Stand und Sitte.
Wir zählen zuerst die öffentlichen Denkmäler, die Zeichen der Er-innerung an den seligen Albertus auf. Wie in der Dominikaner-kirche zu Köln sein Andenken durch drei Monumente, durch sein ehren-
1) Daß sich nebenher auch Anfeindungen, Verleumdungen und Schmähungeneingestellt, ist bei der Außerordentlichkeit der Erscheinung und Wirksamkeit des Man-nes zu erwarten gewesen.