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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel XXXV.

Von welcher Beschaffenheit dieses neue ehrenvolle Grabmal ge-wesen, können wir leider nicht mehr angeben, da es auch im Beginn»nsers Jahrhunderts der Zerstörung anheimfiel. Doch ist wahrschein-lich, daß es ein über dem Boden erhöhtes, mit Bildwerk geschmücktesSteingrabmal gewesen, in dessen Mitte der alte Sarg mit durchsichti-gem Deckel nicdergestcllt war und dessen Schlußstein entfernt werdenkonnte I.

Von dem Tage an, da der Leib unsers Albertus aus dem bis-herigen Grabe erhoben wurde, fanden sich große Schaaren von Gläu-bigen an jener Stätte ein, und viele Leidende erlangten Heilung vonihren Gebrechen. Prnssia sagt, er habe die Nachrichten hievon ansdem Munde der Geheilten selbst empfangen ^). So wurde ein fastganz blinder Jüngling ans Köln, der Sohn eines armen Mannes, amGrabe des großen Lehrers plötzlich sehend, so daß er dann ohne An-stand ein Gewerbe betreiben konnte. Eine Frau, die an einem lang-wierigen Leiden daniedcrlag, erhielt ans ein Gelübde, das sie demseligen Albertus ablegte, ihre völlige Gesundheit wieder. Ein Mann,der den Geruchssinn so verloren hatte, daß er einen vor seiner Naseganz verwesenden Körper nicht mehr wahrnahm, besuchte mit mehrerenandern Männern das Grabmal des ehrwürdigen Albertus. Währender den Leib des Seligen betrachtete, empfand er dessen Wohlgcruchund hatte so seinen Geruchssinn wieder erhalten. Ein anderer Mannwurde am Grabe des Seligen von der Dysenterie befreit, ein Bruderdes Ordens aber von einem so fürchterlichen Kopfleiden, daß er wederzu schlafen, noch die Psalmen zu singen und noch einen Ton zu hörenim Stande war ff.

1) Prnssia sagt vier Jahre nach der Translation: Datum eorpus superiusimiissolutum yuoack osss. et inäivisum nsque tmäie in saäein tuinvn ^>eet!

2) S. 336-349.

3) Die iVlimcula 6. widert! wurden besungen von Prnssia und FlaminiuS. DasGedicht des FlaminiuS erschien im Druck i. I. 1517 zu Bologna. Die Bearbeitungdes Prnssia lautet: