Verherrlichung des Albertus nach dem Tode. 263
Der Provinzial des Ordens für Deutschland, Jakob Stubach, derPrior des Kölner Klosters, Jakob Sprenger, der das Ganze leitete,der Rektor der Universität, Ulrich von Eßlingen, die Professoren, Dok-toren, Studenten und die Brüder wohnten dem Akte bei. Es kostetegroße Mühe, mit eisernen Instrumenten den gewaltigen Stein zu ent-fernen, der das Grabgemach bedeckte. Endlich fand man dasjenige,was man suchte. In der Tnmba von Stein sah man den Schreinvon Holz, in dem der heilige Leib lag. Dieser war noch angethanmit den bischöflichen Gewänden (der Casula), auf dem Haupte hatte ernoch die Mitra (etwas versehet), er trug in der Rechten den Hirtenstab,dessen Spitze von Blei, der Untertheil von Holz (etwas versehet) war,am Finger einen Ring von Kupfer, an den Füßen die Sandalen.Zeigten diese Paramente seine Liebe zur Armuth, so fehlten auch nichtdie Zeichen seiner Frömmigkeit. An seinem Halse hing ein kleinesKreuz, das einen Partikel vom heiligen Kreuze enthielt, ebenso einPäckchen von Seide, in dem ein Agnusdei, aus dem heiligen Wachsegeformt, eingeschlossen war, und ein Pfennig, der von einem derKreuzesnägel des Herrn durchbohrt war. Der Leib selbst war nochfast ganz unversehrt, nur etwas mit Erde bedeckt, weil der Deckel,der den Sarg schloß, verfault war. Die Erde entfernten die Brü-der, ohne den Leib zu berühren. Der Kopf war noch fast ganz.Die Materie der Augen war noch in den Augenhöhlen, das Fleischhing am Kinn (insnto) mit einem Theile des Bartes, ebenso wardas ausgetrocknete Ohr noch zu sehen. Die Schultern waren ganzunversehrt, die Gebeine noch mit trockenem Fleische überzogen, und dieFüße noch mit den Beinen verbunden.
Wunderbar schien, daß, obwohl der Leib so lange unter der Erdegewesen, er doch noch Wohlgeruch verbreitete und alle Umstehendenentzückte. Darauf wurde der rechte Arm vom Leibe losgetrcnnt, da-mit er dem Papste Sixtus gesendet werden könnte Z, der übrige Leibwurde aber mit dem heiligen Schmucke wieder in ein herrlicheres Grab-mal gelegt. Dieses war so eingerichtet, daß der heilige Leib den Be-suchenden immer gezeigt werden konnte ch.
Rudolph und besonders ausführlich lib. rnanuse. in tot. äe virls illustr. O. ?raeä.Ju den den Albertus betreffenden Akten zu NegenSburg befindet sich eine Abschrift,die ich benütze.
1) Dieser opferte ihn dem Predigerkloster zu Bologna.
2) Der Ordensgeneral crthcilte hiezu eine eigene Licenz (bei Bianco S- 50.VEr sagt hiebei, daß so viele Gläubige die Gebeine des Seligen sehnsüchtig zu sehenwünschten, den er lumen nrilitantis seelesias gfiorlosuin nennt.