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Kapitel XXXV.
Begnadigung ft. War er ja doch selbst ein Wunder in seiner ganzenErscheinung, in seiner geistigen Entwicklung und großartigen Wirk-samkeit. Der gewaltige Umsang seiner Gelehrsamkeit, seine fast nn-vergleichlichc Fruchtbarkeit als Schriftsteller in allen Fächern des mensch-lichen Wissens, seine staunenswerthe Wirksamkeit als Lehrer, als Or-dcnsvbercr und als Bischof, dazu seine sittliche Vollkommenheit, seineheilige Strenge, seine ungeheuchclte Dcmuth, sein kindlicher Glaubeund seine glühende Liebe zu Gott und dem Nächsten, alles daswar auf bloß natürlichen Wegen kaum zu erringen. Albertus wurdedaher schon von seinen Zeitgenossen selbst für ein Wunder der Gnadegehalten.
Die Erfolge, die er ans dem Felde der Wissenschaft errungen, dieSchlachten, die er hier gegen alles Widerchristlichc geschlagen, die Er-oberungen, die er dadurch im Reiche der Geister für die göttlicheWahrheit und für Gott gemacht, dieses sind Wunderwerke, die sich nurdurch besondere Gnadenmittheilnngcn Gottes an ihn erklären lassen.Während des irdischen Wandels bedurfte er also nicht jener außeror-dentlichen Bezeugungen der göttlichen Macht, die wir Wunder zu nen-nen pflegen.
Als aber sein Geist zur ewigen Ruhe eingegangen, unterließ derHerr doch nicht ganz, durch besondere auffallende Erscheinungen zu be-zeugen, wie wohlgefällig ihm dieses Werkzeug seiner Gnade gewesen;er versäumte nicht, einige wundersame Blumen auf das Grab seinesDieners zu streuen.
Davon erzählen uns die Biographen einige Beweise.
„Der Leib des seligen Albertus war nur ans so lange an jenemOrte beigcsetzt worden, bis der Chor, den er im Leben gebaut, zurVollendung gekommen. Als dieses geschehen war, sollte der Leichnamdes ehrwürdigen Bischofes erst in ein würdiges Grabmal gelegt werden.Es wurde daher die Tumba geöffnet, in der er, nach Sitte der Kirchemit den Pontificalkleidern angethan und auf dem Rücken liegend, wargesenkt worden. Da fand man den Leib noch ganz unversehrt mitallen Gliedern und Gewändern und einen süßen Wohlgernch ans-athmend. Er lag da, harrend der Posaune des Weltgerichts, umgcwendet(suximas) ft, wie er während seines Lebens im Gebete dazuliegen pflegte.
1) Prnssia und Rudolph weisen auf Johann den Täufer und auf den heil.Augustinus hin, die gleichfalls keine Wunder gewirkt. Prusfia meint auch, dieNachlässigkeit der Brüder im Schreiben könne Ursache seyn. S- 305.
2) Schon Echard erklärt seine Unwissenheit, die wunderbare Stellung der Leiche