Der selige Albertus endet das Lehramt. Sein Tod. 257
fünf Tage nach dem Feste des hl. Martinus
ging er hin von aller Beschwerde, verlangend nach Gott,
um das ewige Fest zu feiern.
Wer diese Verse liest, möge sich
zum Grabe znrückwenden, sich verneigen und
das Gebet sprechen mit einem: Er rnhe im Frieden! —
Sv hat Albertus sein fruchtrciches, langes Leben glückselig be-endigt. Nachdem er siebenundachtzig Jahre ans Erden zugcbracht, fastsechzig Jahre gottselig im Orden geweilt und mehr als ein halbesJahrhundert lang den Lehrstuhl mit Ruhm innegehabt, wie vielleichtkein andrer Lehrer; nachdem er zahllose Wanderungen zu Gottes Ehrengemacht, unsägliche Mühsale und heiße Kämpfe bestanden, so viele undumfassende Werke geschrieben, wie wohl kein zweiter Schriftsteller derWelt: wurde seine Seele als eine süße, überreiche Frucht vom Herrnder Acrnte in seine ewigen Scheunen ausgenommen. Sein Leib aber,der auf Erden niemals Rnhe sich gegönnt, ruhte jetzt wirklich unterdem Schatten des Geliebten, wie er verlangt hatte, unter und vordem Kreuze des Erlösers, um in Mitte von Heiligen bei der Auf-erstehung dem göttlichen Richter entgegen zu gehen!
Albertus beschließt so die leuchtende Reihe der Riesen an Wissen-schaft und Heiligkeit, die jenes wunderbare dreizehnte Jahrhundert her-vorgebracht oder dem Himmel abgetreten hat, und unter denen Domi-nikus, Franziskus, Antonius von Padua, Thomas von Aquin, Bona-ventura und unsere hl. Elisabeth alle an Glanz überbieten. Seit denJahrhunderten der heiligen Apostel und Märtyrer hat wohl dieKirche keine so großartige, duftende Prozession mehr zum Himmel ge-sendet!
Kapitel xxxv
Wie Gott seinen Diener Albertus nach dem Tode verherrlichte.
Wir haben keine Nachricht, daß Albertus während seines Erden-wandels bestimmte materielle Wunderwerke durch Gottes Kraft aus-geübt i). Er bedurfte auch ihrer nicht zur Bezeugung seiner höheren
1t Sein Schüler Cantipratanus sagt wohl: Niraeulis multis olaruil, ohne ein-zelne Wunderakte zu nennen. Vgl. Prussia, S. 307.
Sighart, Albert d. Große.
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