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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der sel. Albertus endet das Lehramt. Sein Tod.

und im Glauben wankend würde, stand sie zuwinkend vor mir undtröstete mich mit den Worten: Albert, sei getrost! Harre aus in derTugend und Wissenschaft. Denn Gott wird deine Wissenschaft bewah-ren und zum Besten der Kirche rein erhalten. Damit du im Glaubennicht wankest, wird am Ende deines Lebens alle philosophische Wissen-schaft und Täuschung von dir genommen werden. Du wirst wiederwie ein Kind an Unschuld und Reinheit des Glaubens. Darauf wirstdu zu Gott gehen. Und das wird dir zum Zeichen dessen seyn, daßer kommt, wenn du das Gedächtniß in öffentlicher Vorlesung verlierst.Nun, meine Brüder, ist das mir Verkündete geschehen. Jetzt weißund erkenne ich, daß meine Zeit abgelaufen und das Lebensende nahesei. Darum bekenne ich öffentlich vor euch, daß ich fest glaube alleeinzelnen Artikel des christlichen Glaubens, und ich bitte inständig, mirzur rechten Zeit die Sakramente der Kirche zu spenden. Wenn ichaber etwas gesagt oder geschrieben hätte, oder in Zukunft noch sagenwürde, was nicht mit dem katholischen Glauben übereinstimmt, so solles nichtig seyn.

Als er Solches gesprochen, schloß er seine Vorlesungen für im-mer, brach in Thränen aus, sagte Allen ein herzliches Lebewohl, stiegvom Lehrstuhl herab und begab sich in seine Zelle."

Diese Erzählung des Valeoletauus hat auch Rudolph sich angeeignet.Nur setzt er noch Folgendes bei:Von da entfielen seinem Gedächtnissealle philosophischen Gründe, nur den Text der heiligen Schrift und desAristoteles wußte er noch."

Eine noch größere Ausstattung und üppigeren Schmuck erhieltdiese Sage durch Prusfia, der dem Albertus bei diesem Vorfälle diebekannte Erzählung von seiner früheren Unfähigkeit und von der Er-scheinung der Gottesmutter mit den zwei Jungfrauen in den Mundlegte Z. Man sieht, wie der Stamm der Sage, der nur der alte

1) Von uns bereits mitgetheilt S. 13. Bei nochmaliger Lektüre der Vita Ul-bert! des Prussia glaube ich auch die Erklärung gefunden zu haben für die Sagevon Alberts Schwachköpfigkcit in der Jugend und von seiner versuchten Flucht. Eswird nämlich in Vitis bb-atrum berichtet, Albertus habe öfters den Brüdern zur Er-bauung erzählt:Als ich Provinzial in Deutschland war, befand sich ein Noviz ineinem Kloster, der an Wissenschaft und Alter sehr zurück war, aber sonst Frömmig-keit und manches Gute hatte. Da ihm nun einst die Brüder scherzweise drohten, derProvinzial werde ihn aus dem Orden jagen, so fürchtete er das sehr. Als er daraufin der Nacht von Lichtmeß die Stelle des Ambrosius hörte: Werde ich dich sehen?Werde ich ausharren? Wird der mich finden u. s. f-, brach er in Thränen aus, fingan, heiß zu beten und wendete die Stelle auf sich an, indem er sprach: Herr Jesu,