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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXIV.

Gedächtniß verlassen habe. Tholomäus de Luca I erzählt in seinerKirchengeschichte:Nachdem Albertus auf sein Bisthnm verzichtet hatte,erwählte er die Schule von Köln zum Wohnsitz und nahm dort die Le-sung wieder auf bis zur Zeit seines Todes, was ungefähr noch einenZeitraum von achtzehn Jahren ansmachte. Dort zog er viele gnteSchüler heran und schrieb einige von oben genannten Werken. Endlichim Jahre des Herrn 1280, als auch er schon mehr als achtzig Jahrealt war, entschlief er glückselig. Und obgleich er in wissenschaftlichenDingen zur Belehrung der Andern, was das Gedächtniß anlangt, etwadrei Jahre vor seinem Tode sehr abgenommen hatte (inrcktum ckesi-xusrit Mouck Illsmorutlvu), während er früher Alle durch eine beson-dere Gnade übertrvffen, so ließ doch seine Andacht und sein Eifer fürGott nicht nach und er that Alles, was sein Ordensstand verlangte."So dieser. Bernhard Gnidonis aber erzählt in der Geschichte der be-rühmten Männer des Ordens nach der Lobpreisung des Albertus, ersei im Jahre des Herrn 1280 gestorben, ohne einen besondern Vor-fall vor dem Ende zn erwähnen. Der spätere Valeoletanus (i. I.1413) schreibt aber also:

Es geschah einmal, daß der Vater Albertus, von Alter gebeugt,nach seiner gewöhnlichen Weise im Convente zu Köln am Lehrstuhlesaß und vor einer zahlreichen Schaar seine Vorlesung hielt. Da ereben bemüht war, für einen Lehrsatz Gründe zn suchen und sie zn be-sprechen, fing plötzlich sein Gedächtniß an, zu wanken. Alles staunte.Nachdem Albert eine Zeit lang stillgeschwiegen, faßte er sich wiederund brach in folgende Worte aus: Seht, meine Lieben, euch will ichAltes und Neues berichten. Als ich in den Tagen meiner Jugend michden Studien hingab und darin mich auszeichnete, ging ich auf eineMahnung der heiligen Jungfrau und auf Antrieb des heiligen Gei-stes in den Orden der Prediger und ward von ihr angespornt, treudem Studium zu obliegen. Das habe ich auch unter Anstrengungenund Gebet ausgeführt. Was ich nicht aus den Büchern schöpfenkonnte, habe ich durch Gebete erlangt. Da ich nun öfter mit Bittenund Seufzern die milde Jungfrau und Herrin anflehte und einmal ihrmit besondrer Andacht oblag, mich mit dem Lichte der göttlichen Weis-heit zu erleuchten und zugleich mein Herz im Glauben zu bestärkenund zu bewahren, daß ich nie durch philosophische Gründe umstrickt

1) Bei Echard und Quetif 8eript. Orä. I, 169.

2) 8cript. Orä. vom. I, 169. Er schrieb in der Vita des Albertus diese Er-zählung unter dem Titel: Oe tsrmiuo L.Iberti lVlaßui.