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Die letzten Schriften des sel. Albertus.
möglich ist, noch etwas Gutes niederschreiben wollte, so wählte ich mirdas zum Gegenstand: Wie nämlich der Mensch sich aller Dinge mög-lichst vollkommen entledigen und so einzig nnserm Herrn und Gottfrei, ungehindert, bloß und wandellos anhängcn soll. Denn das Zielder christlichen Vollkommenheit ist die Liebe, und durch diese hängenwir an Gott dem Herrn. Zu diesem Hängen an Gott in Liebe sind
aber Alle bei Verlust des Heiles verpflichtet, und es zeigt sich durch
Haltung der Gebote und durch Gleichförmigkeit mit dem göttlichen
Willen, und dieses schließt Alles aus, was dem Wesen der Liebe zu-
wider ist, das sind die Todsünden. Die Ordensleute aber haben sichzur evangelischen Vollkommenheit entschlossen und zur Haltung derevangelischen Räthe, wodurch man leichter zum letzten Ziel, zu Gott,kommt; durch deren Haltung wird Alles ausgeschlossen, was die Glutder Liebe hemmt, sich ganz in Gott zu versenken. Dazu gehört alsoVerzichtnng ans Alles, selbst auf Leib und Seele, das Ordensgelübdeausgenommen.
Da nämlich Gott ein Geist ist, so müssen die, welche ihn anbeten,im Geiste und in der Wahrheit anbeten, d. h. in Erkenntnis; und Liebe,Verstand und Affekt, und frei von allen Bildern. Das will auch jenesWort sagen: Wenn du betest, geh in deine Kammer, schließe dieThüre zu und bitte deinen Vater im Verborgenen, d. h. geh in'sInnere deines Herzens, verschließe die Thüre deiner Sinne und so betemit reinem Herzen, gutem Gewissen und ungehencheltem Glauben zumVater in Geist und Wahrheit. Das geschieht dann recht, wenn derMensch, von allem Andern entledigt und entlastet, ganz sich in sichznrückzieht, dort Alles und Jedes ausschließt und vergißt und wennvor Jesus Christus dann, während der Mund schweigt, der Geist alleinsein Verlangen mit Zuversicht und Vertrauen Gott dem Herrn vor-trägt und dadurch mit ganzer Glut der Liebe sich in ihn mit allenKräften rein und vollständig versenkt und ausgießt, sich ausdehnt, ent-flammt und sich auflöst Z."
Von dieser höhern Vollkommenheit also, dieser Lostrennung vonallem Geschaffenen, und von der Versenkung in Gott handelt dannAlbertus in sechzehn Abschnitten in der Weise, Einfachheit und Kind-lichkeit der spätern Mystiker.
Fehlen auch hier die dunkeln, glänzenden Bilder, die glühenden
1) Daß diese Ausdrücke nicht pantheistisch zu fassen seien, brauche ich wohl nichtzu bemerken; es ist im ganzen Büchlein nur von der Einheit des Willens mit Gottdie Rede, nicht von der Einheit der Substanz.
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