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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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241
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Die letzten Schriften des sel. Albertus. 241

Thomas fragen, so müssen wir dem thomistischen Werke den Vorzuggeben in Bezng auf Neuheit der Einthcilnng, auf größere Kurze undPräcision der Thesen und Beweisführungen, auf positive Haltung, aufAusscheidung mancher unuöthigcu Untersuchungen, auf die fast ganzeVollendung auch der von Albertus nicht bearbeiteten Theile durch denVerfasser. Dagegen gebührt der Albcrtinifchen Summe vor Allem derRuhm der Priorität und der Wegbereitung für das nachfolgende Werkdes hl. Thomas. Ja man kann sich bei der Vergleichung beider cvlvs-salcn Schriften des Gedankens nicht erwehren, daß Thomas mit Rück-sicht auf die Vorarbeiten seines Meisters, mit Benützung der Ideen,Theilnngen und Bewcismomente desselben sein Werk geschaffen habe').Es scheint fast, als habe er nur für Studierende ein kürzeres, allesNothwendige der Gotteswisscnschaft umfassendes Lehrbuch schreibenwollen, während er die größere Summe seines Meisters als für Ge-lehrte und Fachmänner allein ganz paffend hielt ?).

Ein weiterer Vorzug der Summe des Albertus ist die größereAusführlichkeit bei den Beweisen und Reichhaltigkeit der Themen.Besonders aber muß aus den vorwiegend philosophischen Charakter desAlbertinischen Werkes hingewiesen werden, in welchem den Vernunft-beweisen und den Autoritäten der natürlichen Erkenntniß ein weitgrößerer Spielraum gestattet ist, als bei dem hl. Thomas. BeideWerke haben aber gemeinsam den Standpunkt der strcngkatholischenGläubigkeit, die theilende, alle Gegensätze hcrvorrufende und über-windende Methode der Scholastik und die Nichtvollendung durch ihreehrwürdigen, genialen Verfasser. Beide Werke gleichen auch in dieser

1> Sie vertheilcn häufig einen Gegenstand, selbst solche, die der Lombarde nochnicht kennt, auf gleich viele Artikel, stellen gleich viele Fragen auf. So haben z. B.beide bei Besprechung des Inder vitae drei Artikel und vielfach dieselben Stellen ansder Schrift und den Vätern. Vgl. 8uin,na 8t. Nlroinac I, guart. 24. und 8uininaLiberia I, <gu. 69. Nur faßt sich Thomas immer kürzer, wählt sorgfältiger die Bc-weisargumente aus, die ihm zu passen scheinen, läßt alles Neberslnsfigscheinende hin-weg. Man sieht, er ist der Zweite, welcher das Gute des Vorgängers aufninimtund verarbeitet, das Mangelhafte fallen läßt.

2) Bekanntlich sagt ja Thomas selbst am Anfänge seiner Summe: Huia eatlro-lieas verltatis lloetor non solnrn provecto8 lledet iustruore, soll all euin psrtinetetiain incipientes ernllire (seeunlluirr illull ^.xosloli 7 all 6or. 3, 1 : Nanquarnparvulis in llllrristo, lao vodis potuin llelli, non eseain) propomtnm nostrae in-tentionia in doe opere est, oa czuae all edristianain religsionem pertinent, eomollo trällere seeunllurn «znoll eongrnit all erullltionem ineipientinm etc.

Sighart, Albert d. Große. 4 6