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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXIl.

in seinem Greisenalter. Denn um eine solche Reise zu unternehmen,mußte er noch in frischer Kraft des Leibes und der Seele dastehen.Wenn wir aber dann noch lesen, daß er auch diplomatische Aufträgemit Geschick besorgt, durch politische Beredsamkeit zum Heile des deut-schen Reiches gewirkt und in gelehrten Disputationen sich ausgezeich-net, so ist offenbar, daß das Alter ihn noch nicht alt gemacht, obwohler schon 81 Jahre erreicht hatte!

Man läßt in manchen Gegenden Italiens die köstlichen Früchtedes Südens, die goldenen Orangen, am Baume überwintern, auf daßsie größere Süßigkeit und Fülle des Wohlgcruchs dadurch gewinnen *).So war auch diese edle Frucht am majestätischen Baume der Kirche,Albertus, durch den Winter des Alters nicht erstarrt, sondern seineGeisteskraft schien nur zu höherer Reife und Anmuth sich entfaltet zuhaben! Jedenfalls können wir auch auf unfern Meister das Wort desgroßen Michel Angelo anwendcn: Die Tugend gibt ewige Jugend ^)!

Kapitel xxxn.

Die letzten Schriften des seligen Albertus.

Nachdem das Concil von Lyon beendigt war, kehrte der ehrwür-dige Albertus nach Köln zurück und gab sich wieder, wie er gewöhntwar, mit allem Feuer dem Werke Gottes hin." So berichtet Prussia^).Was unter diesem Werke Gottes zu verstehen sei, erklärt er selbst, in-dem er sogleich erzählt, wie Albertus im Predigt - und Lchramte Wun-derbares leistete. Und Rudolph gibt die nähere Deutung, wenn ersagt:Von nun an erwartete Albertus, da er ein so hohes Alter er-reicht hatte, die nahe Auflösung des Leibes. Dennoch wurde er nochnicht müde, Bücher zu schreiben und andre heilbringende Werke auszu-führen. Er schrieb nach Beendigung des Concils noch die letztenTheile seines großen Werkes über die wunderbare Gotteswissenschast,das Buch über die Eucharistie und das Schriftchen, wie man Gott an-hangen soll."

1) Nach Erdmann, in den psych. Briefen.

2) Das gab Michel Angelo als Grund an, warum er die schmerzhafte Mutterso jugendlich dargestellt habe.

3) ViM Xlb. p. 280: keraeto Loneilio Dugäunensi vsneradilis XlbsrtusLoloniam raäiens, operi Oci, xrout illi eonsuetuäo erst, Institit terventsr.