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Kapitel XXXI.
Wirklich hatte Rudolph auch schon glänzende Beweise seiner persön-lichen Tapferkeit, seines unbestechlichen Rechtssinnes und seiner innigenFrömmigkeit gegeben. Letztere zeigte sich zumal bei dem Krönnngsfestein Aachen, wo er statt des fehlenden Reichsscepters unter allgemeinemFreudenrufe ein Kruzifix ergriffen hatte.
Daß die geschilderten Bemühungen des Albertus und der deut-schen Kirchenfürsten, in deren Namen er sprach, für den König Ru-dolph glücklichen Erfolg gehabt, bestättigt die ^Geschichte. Von nun anwar der Papst vollkommen für den edlen Habsburger eingenommenund strebte mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dahin, den nocheinzig widerstehenden Gegenkönig Alphons von Kastilien, der gar nienach Deutschland gekommen, zur Abdankung zu bewegen'), und sodem neuerwählten Habsburger den ungestörten Besitz der Krone zusichern.
An Rudolph schrieb Gregorius bald darauf, daß er ihn nun nachdem Gutachten der Kardinüle römischen König nenne. Und, fügt erhinzu, wir ermahnen dich, dich zu bereiten zum Empfang der Kaiser-krone aus unfern Händen, wenn wir dich rufen, was, wie wir hoffen,bald geschehen wird ^).
In einem zweiten Briefe schreibt er noch dem neuen Könige, sichan die nächste Reichsgränze zu begeben, und ihm die Kunde davon zu-zusenden. Er hatte offenbar Verlangen, den Mann, dessen Gestaltihm Albertus zumal in so Hellem Lichte gezeigt, durch eigene Unter-redung und Anschauung kennen zu lernen ').
So hatte Albertus in dieser Hinsicht seine Aufgabe in Lyon glän-zend gelöst.
Fragen wir nach seiner Betheiligung an den theologischenStreitfragen, die dort verhandelt wurden, so sagt hierüber Ru-dolph: „Der ehrwürdige Vater Albert hat dort mehrere Jrrthümerniedergekämpft, besonders die der Griechen, worüber er selbst in derSumma berichtet, und hat diejenigen, welche die Kirche Gottes durcheine unreine Verbindung beflecken wollen, in öffentlicher Disputation
t) Durch mehrere Briefe und dann durch eine persönliche Zusammenkunft mitihm zu Baucaire, wo er ihn auch zur Entsagung bewog. Vgl. ttlour^, trist, eeelss.Iw. 86. x. 203.
2) Der Brief ist datirt vom 7. Sept. 1274.
3) Im nächsten Jahre geschah diese Zusammenkunft in Lausanne. Rudolph kammit seiner ganzen Familie in Begleitung mehrerer deutschen Fürsten, legte den Eidab, die Rechte und Güter der römischen Kirche zu vertheidigen und nahm mit demgesammten Adel das Kreuz. Vgl. Fleury a. a. O-