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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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234 Kapitel XXXI.

daß alle, die ihn sahen, von einer unwiderstehlichen Liebe zu ihm er-griffen wurden.

Am folgenden Tage wurde die fünfte Sitzung des Concils ge-halten. Ehe der Papst in die Kirche eintrat, taufte der Bruder Pe-trus, Bischof von Ostia, einen von den Gesandten der Tartaren mitseinen zwei Gefährten; diesen ließ der Papst Kleider von Scharlachmachen, wie sie die Lateiner tragen. Nach dem Einzug des Papstesfanden alle Akte wie früher Statt. Nachdem der Kardinal Matthäusdas Evangelium gesungen, wurden die neugcschaffencn Constitutionen(Gesetze) verlesen. Darauf hielt der Papst eine Anrede an das Con-cil, schilderte den unnennbaren Verlust, den die Kirche durch den Toddes Bruders Bonavcntura erlitten und befahl allen Prälaten undPriestern auf dem ganzen Erdkreis, daß jeder eine Messe für dessenSeele singen soll, und eine zweite für die Seelen aller, welche aufdem Wege, auf dem Concil selbst, oder auf der Rückreise den Tod ge-funden. Weil es schon späte Stunde war, wurde die Fortsetzung aufden folgenden Tag verlegt.

Am 17. Juli fand die letzte Session Statt. Der Papst trat an-gethan mit allen Pontificalkleidern sogleich in die Kirche und bestiegmit einigen Bischöfen die Kanzel. Und sofort wurden wieder Consti-tutionen verlesen. Nachdem diese Lesung beendigt war, hielt der Papstdie letzte Allocution an das Concil. Er nannte nochmal die drei Ur-sachen der Berufung des Concils, und sagte, die Angelegenheit desheiligen Landes und der Griechen sei mit Gottes Gnade glücklich zumAbschluß gebracht worden. Ueber die Reformation der Sitten sagte eraber unter Andern:, die Kirchenvorstände brächten die ganze Welt zumFall, und es wundere ihn, daß sich einige von schlechtem Wandel nichtbessern ließen. Er mahnte sic, sich selbst zu bessern, dann brauche mankeine Constitutionen über ihre Reformation zu erlassen. Sonst würdeer strenge mit ihnen verfahren, um ihre Sitten zu bessern. Ueber dieVerwaltung der Pfarrkirchen, nämlich daß ihre Vorstände Residenz haltenund daß dieselben tüchtige Männer seyn sollten, werde er bald passendeVorkehrungen treffen, da es auf dem Concil wegen Andrang der Ge-schäfte nicht geschehen konnte. Als Alles beendigt war, sprach derPapst die gewöhnliche Oration, ertheilte allen Prälaten die Erlaubniß,heimzukehren, und gab den Segen. Der Kardinal Othobonus sprach:Laßt uns im Frieden scheiden! Und so ward das Concil geschlossen!

So entfalteten sich die Akte dieses großartigen Schauspiels vorden Augen des greisen Albertus. Welch regen Antheil wird er anallen Vorfällen und Sessionen genommen haben! Wie wird die