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Der sel. Albertus am Concil zu Lyon.
Kirche anerkannt; und der Kaiser habe zu diesem Zwecke Gesandte ge-schickt, um das auch persönlich ansznsprechcn, was er in den Briefenan ihn ausgedrückt hatte. Darauf befahl der Papst, die Briefe desKaisers, vieler Bischöfe und des Sohnes des Kaisers zu lesen. Eswaren diese in goldne Kapseln eingehüllt und in das Lateinische über-setzt. Nachdem diese Schreiben verlesen waren, erklärte einer der Ge-sandten, der Logothct, mit lauter Stimme, er habe den Auftrag desKaisers, an seiner Statt zu schwören, den Glauben der römischen Kirchezu bekennen und dessen Beibehaltung für immer zu geloben. Daraufstimmte der Papst mit erhobener Stimme das Tedeum an, das mitgroßer Andacht und unter Thränen zu Ende gebetet wurde. Dannlas er die treffende Oration und hielt eine kurze Anrede an die Ver-sammlung, um seine hohe Freude knndzugeben, indem er wieder anfingmit den Worten: Sehnsüchtig habe ich mich gesehnt, das Osterlammmit euch zu essen, worauf der Patriarch und der Erzbischof der Griechenin das Schiff Hinabstiegen und sich auf erhöhten Stühlen setzten, sodaß hinter ihnen die Kardinalpriester saßen. Als das Credo, das derheilige Vater in lateinischer Sprache angestimmt, gebetet war, begannder Patriarch der Griechen dasselbe in griechischer Sprache, alle an-wesenden Griechen setzten es fort und die Stelle: Der vom Vaterund dem Sohne ausgeht, sangen sie zweimal feierlich. Darauf sprachder Papst noch einige Worte, ließ die Briefe des Tartarcnkönigs anihn und das Concil vorlesen, während die Gesandten jenes Fürstenihm gegenüberstanben, und bestimmte den Tag der nächsten Sitzung.
Das allgemeine Frohlocken wurde aber getrübt durch einenTodesfall. Am 15. Juli um die Morgenstunde starb der Bruder Bo-naventura, seligen Angedenkens, Bischof von Albano, ein Mann vonausgezeichneter Wissenschaft und Beredsamkeit, durch Heiligkeit leuch-tend, im Leben durch Erbarmen und die einnehmendsten Sitten ge-schmückt, gütig, leutselig, mild, barmherzig, voll von Tugenden, vonGott und den Menschen geliebt. Er wurde begraben am Tag desHerrn bei den mindern Brüdern zu Lyon. Dem Leichenbegängnißwohnte der Papst selbst bei mit allen Bischöfen, die am Concil waren,und mit seinem ganzen Hofe. Der Bruder Petrus, Bischof von Ostia '),cclebrirte die Messe und hielt die Predigt über das Thema: Ichweine über dich, mein Bruder Jonathan. Viele Thränen stoßen, mancheSeufzer wurden gehört. Denn der Herr hatte ihm die Gnade gewährt,
1) Es entspricht der erblichen Freundschaft beider Orden, daß ein Dominikanerdie Leichenrede auf den Minoriten hält.