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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel XXIX.

werden können, vermache ich zur Vollendung jenes Klosterchores, denich von meinem Gelde gebaut und von Grund ans anfgeführt habe*)."Was hier der ehrwürdige Bischof ausspricht, beschränkt sich darauf, daßer den Chorban, dessen Vollendung er offenbar nicht mehr erlebte undleitete ^), von seinen eigenen Mitteln, die ihm durch kostbare Geschenkevon Verehrern seit Langem zugekommen, bestritten und von Grundaus, nicht bloß theilweise, ausgeführt habe. Man sieht, er findet anden Pforten der Ewigkeit einen großen Trost und Befriedigung in demGedanken, ein solches Werk gebaut und also sein Vermögen verwendetzu haben. Ueber die Gestalt des Chores und über seine weitere tech-nische Bctheilignng treffe» wir hier also keine Andeutung.

Die der Zeit nach nächste Nachricht über dieses Bauwerk gibt dieoben angeführte Inschrift des Chorfcnsters. Sie sagt einfach, Alber-tus habe den Chor gebaut (ooncliclit). Da dieser Ausdruck sowohlvom Bauherrn, dem Unternehmer und Bezahlcr des Ganzen, gebrauchtwird, als auch vom Architekten, so ist auch daraus für unsere Fragekein Aufschluß zu erholen. Damit sind die zeitgenössischen Notizen er-schöpft.

Wenden wir uns an die freilich erst spät austretcnden ältesten Bio-graphen, so erzählt der erste derselben, Petrus de Prussia (1480), wiedernur, daß Albertus wegen der Noth der Brüder den engen Chor erweiterthabe, ohne eine künstlerische Stellung desselben hiebei anzudeuten. Dernächste aber, Rudolph von Nymwegen, redet ausführlicher von demganzen Vorgang, wie wir oben gesehen haben, und spricht zuerst aus,Albertus habe den Bau nach den Regeln der Geometrie wie der er-fahrenste Baumeister ausgeführt, wodurch ihm offenbar der Entwurfdes Planes nach den Gesetzen der Gothik und die Bauleitung zuge-schrieben wird.

Von da an findet sich diese Nachricht fast wörtlich bei allenSchriftstellern. So sagt die Kölner Chronik vom I. 1499: Albert

und Obligationen. Bgl. das schöne Büchlein von A. Springer. Paris im dreizehn-ten Jahrhundert. Leipzig 1856. S. 29.

1) Es heißt die Stelle: r^ui-nin vero ot ar^entum et §emrnas, c^uas xo88nntin srxsntnin coinmutaei, pei'üeienänin etwrurn äomu8 esu8äem, guem exoäe xeounia inea lunäavi et s. lunäo srexi, nso volo, qnoä all U8N8 alienea eon-vertantnr. Vgl. Bulletin der bayr. Akad. der Wissenschaften Jahrg. 1850. Hr. 5 dergelehrten Anzeigen.

2) Vom Jahre 12781280 lebte er ganz von der Außenwelt znrückgezogen,nur an die Ewigkeit denkend, wie wir sehen werden. Das Testament ist aber 1278abgefaßt.