Der sel. Albertus erbaut uud schmückt den Chor der Prediger. 213
Klosterkirchen wegen der nöthigen Abschließung des Chores für die klö-sterliche Gemeinde weniger geeignet.
Wenn also wirklich diese Gestalt dem Dominikanerchore zukam, sokann nur die Nähe des Domes, dessen neuer Chor sich bereits erhobund dessen Plan vorlag ^), als Erklärung dienen. Es müßte angenom-men werden, daß Albertus, entzückt über die Schönheit des eben auf-steigenden Chores der Kathedrale, beschloß, seinen Klostcrchvr nach demVorbilde jenes herrlichen Originals umzubanen. Ohne Zweifel hat erbei diesem Werke die Mitglieder der Banhütte des Domes, tüchtigeSteinmetzen und ihre Gesellen, zur Ausführung beigezogen, währenddas Volk bei Abbrechung des alten Baues und in Hiebeischleppnngder Materialien um Gotteslohn behilflich war ^).
Noch aber übrigt, die Art der Betheiligung unsers Albertus andiesem Chorbane zu untersuchen. Es fragt sich nämlich, ob er bloß alsBauherr, der die allgemeine Anordnung traf und die Kosten trug, hiebeiauftrat, oder ob er als leitender Architekt dem ganzen Bau Vorstand,oder endlich ob er in dieser doppelten Eigenschaft zugleich sich am Werkebetheiligt habe.
Wir wollen hierüber die urkundlichen Nachrichten vernehmen. Denältesten authentischen Aufschluß erhalten wir vom Meister Albertusselbst, der in seinem Testamente, das wir später vollständig mitthcilenwerden, dieses eben in der Ausführung begriffenen Chorbaues aus-drücklich gedenkt. Nämlich er spricht sich hierüber wörtlich also aus:„Das Gold, Silber und die Pretiosen ^), welche in Geld verwandelt
jener Zeit gebaut und wohl von ähnlicher Große mit der Dominikanerkirche in Köln,hat keinen solchen Umgang. Auch die Minoritenkirche in Köln (gew. 1260), die kurzzuvor entstanden und der Sage nach von der Kölner Banhütte in den Freistundenausgesührt worden war, hat jene Auszeichnung nicht (Schnaase, V, 546), wohl aberder Chor der Cisterzienserabtei zu Altenberg (beg. 1255) bei Köln.
1) Da der Sieger bei Mornngen (1288), Johann, Herzog von Brabant, bereitsein Glasgcmälde in die Chorfenster stiftete, mußte dieser Chorbau damals schon ziemlichfortgeschritten seyn. Vgl. Boisseree a. a. O. S- 15.
2) Daß die Mönche beim Bau der Kirchen alle Arbeiten allein verrichteten, warwohl bei den früheren Orden gewöhnlich, die zur Kultur des Bodens und der Gei-ster zugleich bestimmt waren und daher eine Menge Laienbrüder (eonvsrsi) hatten.Dieß fiel aber bei den Bettelmönchen hinweg, welche nur durch Vollkommenheit desLebens, durch die Predigt des Glaubens und durch Wissenschaft die Geister zu ge-winnen und die Sitten zu reformiren strebten. Mit diesem Berufe warmer Gewerbe-betrieb und äußere Handarbeit im Großen nicht vereinbar.
3) Man hatte im Mittelalter sein Vermögen in solcher Form, wie jetzt in Aktien