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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXIX.

In Bezug auf diesen Chorbau der Dominikanerkirche zu Köln ha-ben wir noch einige Bemerkungen und Untersuchungen anzufügcn.Einmal verdient der Entschluß unsers Albertus, noch in so hohemAlter einen solchen Gotteöbau auszuführen, gewiß unsre Beachtungund hohe Bewunderung. Wir scheu hier an unserem Meister die alteheilige Leidenschaft hervortretcn, die fast alle großen Bischöfe, Fürstenund Aebte des Mittelalters erfüllt hat, nämlich Gott den Herrn auchdurch einen Kircheubau zn verherrlichen und Gottes Haus mit höchsterSchönheit zu umkleiden. Wie David der König den Eidschwur vor-dem Herrn ablegtc, nicht eher sein Lager besteigen, das Gezelt seinesHauses betreten und seinen Augen Schlummer gönnen zu wollen, biser dem Herrn auch ein würdiges Gezelt gebaut, so schien kein from-mer Bischof und Fürst jener Zeit zur ewigen Ruhe eingehcn zu wol-len, bis er zu Ehren des Allerhöchsten einen Bau ausgeführt. DieseBeobachtung sehen wir hier auch an Albertus wieder bcstättigt,

Was die Beschaffenheit dieses uengcbautcn Chores betrifft, so kön-nen wir leider darüber aus eigner Anschauung kein Urtheil fällen, daer sammt den übrigen Theilcn der Kirche am Anfang unsers Jahrhun-derts den Streichen der Säkularisation erlegen ist. Eine ältere Be-schreibung sagt nur, Albert habe den dreischiffigcn Chor gebaut Z, undder ehrwürdige Wallraf, der die Kirche noch wohl gekannt, erklärteseinen Schülern oft, daß sie ein köstliches Abbild des Domes von Kölnim Kleinen gewesen, daß der Chor wie im Dome dreischisfig und miteinem Umgänge versehen war Z. Bericht diese Angabe auf Wahrheit,so steht dieser Chor ganz vereinzelt da unter allen Bauten des Domi-nikanerordens jener Jahrhunderte! Einen Kapellenkranz um den Chorhatte, so viel mir bekannt ist, keine andre Kirche der Bettelorden. Esgehörte diese Anlage zu den Eigenthümlichkeiten der reichen französi-schen Kathedral- und Stiftsbauten der Gothik und war auch bei

oditum ipsius in vNrea tenestra, uln ipse äspietus est una eum ^retneplseoxoLolonisnsi, gui eum sepulturae Nvnoriüee traäiält, In voraus inseripti sunt:

1) Vine. Oust. p. 50: Relieto Dpiseopatu Leelssiae katisxonnensis Loloniamvenit, st Leelesiam §ratrum kraeäioatorum 8. Orueis amxlians, Ltmruin trila-rlum exstruxit. Vgl. Kreusers chr. Kirchenbau I, 376.

2) Vgl. Kreuscr a. a. O.

3) Selbst die reiche Kapelle des hl. Ludwig (I-a saints eliapells) in Paris, in