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Kapitel XXVIII.
können daraus nur das früher Gesagte wiederholen: Die geschichtlichenUrkunden sprechen nie von seiner Betheiligung der Art, die bei dergroßen Anzahl, Bedeutung und Verschiedenartigkeit der genannten Bau-ten auch säst eine physische Unmöglichkeit gewesen wäre. Da die al-ten Zeugnisse immer nur von der Konsekration jener Gotteshäuser undAltäre reden, sind wir zu einer weitern Annahme nach den Gesetzender Geschichtsforschung nicht berechtigt. Damit wollen wir wieder kei-neswegs bezweifeln, daß der große Meister das lebendigste Interessean den erstehenden Gottesbauten genommen '), daß er auf Anfragenrathend beigestanden, daß er die neuaufgeschossenen schönsten Blüthender christlichen Architektur, die überall sich erhebenden Kirchen der Go-thik mit ihrem reichen gotteswürdigen Schmuck, diese versteinerten, him-melanstrebenden Loblieder ans den Herrn mit Jubel der Seele be-suchtes, mit Verständniß betrachtete und mit Bereitwilligkeit weihte. Dasergibt sich schon aus seiner Glaubensinnigkcit und aus seiner Stellungals Bischof in jener Zeit. Wir wollen nur seine Betheilignng alsKünstler und Architekt im modernen Sinne in Abrede stellen.
Wenn wir in solcher Weise auch die technische Theilnahme desAlbertus an der Erbauung jener Steinkirchen ablehnen, so ist dagegenum so unzweifelhafter, daß er aus jenen Umzügen an der Erbauungder Seelen eifrigst gearbeitet habe.
Bei diesen Wanderungen und Besuchen vieler Städte und Klösterwar cs wohl nichts Seltenes, daß man sich in verschiedenen Anliegenan Albertus wandte. Man drängte sich zu ihm, theils aus Neugierde,um den weltberühmten Mann zu sehen, theils aus Heilsbcgier, umvon ihm Weisheitsregeln für den Lebensweg zu erhalten. Er galt jaals der große Lehrer allüberall. Da legte man ihm häufig Fragenvor, um darüber seinen Bescheid zu empfangen, dort bat man ihn umein geistliches Andenken, wie man jetzt nach einer Handschrift odereinem Albumsblatt eines großen Mannes hascht. Oft begegnete erselbst einer leidenden und bekümmerten Seele, deren Gemüth er durcheinige Worte des Trostes aufrichten wollte. Manche dieser Sprüchemögen sich dann in der Tradition eines Klosters oder im Mundeeiner Familie erhalten haben, und gingen von Geschlecht zu Geschlecht.Und so kommt es, daß noch manche Lehrsprüche, die unserm Albertus
1) Das zeigen seine Jndulgcnzbriefe für zwei erstehende Kirchen.
2) Er huldigte ja, wie er in einem Commentar sagt, den wir oben angeführt,dem Ausspruch des Aristoteles: Nagniüeum äeeat ma§niüoa äomns. Schöne De-vise eines Bischofes in Bezug auf die Wohnungen Gottes!