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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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207
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Der sei. Albertus visitirt noch Klöster und weiht Kirchen. 207

Das Andenken an diese Konsekration, die Albertus auf Bitten desGrafen Reinold von Geldern vorgenommen, hat sich durch eine Inschrifterhalten, die an der Wand der Kirche zu lesen war, und also lautete:Albertus Magnus hat diesen Tempel geweiht wie ein Lamm'). Ebensoconsekrirte er auch die Kirche der Predigerbrüder zu Antwerpen zu Ehrendes heiligen Paulus. Dieses geschah i. I. 1271 ^). Den gleichenheiligen Akt vollbrachte er in Utrecht an der Dominikanerkirche, dieunter den Schutz des hl. Andreas gestellt ist^), sowie an der Or-denskirche zu Mästricht ^). In der Kirche zu Vochem bei Brühlweihte er i. I. 1274 den Hauptaltar und i. I. 1276 in Löwen zweiAltäre der Dominikanerkirche §). Noch nicht genug! Auch die Konse-kration des gothischen Chores der herrlichen Viktorskirche in Lanthen?)und der Klosterkirche zu Paradieß") bei Soest soll unser greise Alber-tus vollbracht haben.

So sehen wir also den ehrwürdigen Lehrer auch im letzten De-zennium seines Lebens in voller Thätigkcit, nicht bloß auf seinem Lehr-stuhle und am Schreibepult zu Köln, sondern auch noch in Ausübungseiner bischöflichen Gewalt, indem er weiten Reisen sich willig unter-zog, um Kirchen und Altäre zu Gottes Ehren und zur Erbauung derGläubigen einznweihen.

Man hat ans diesen Nachrichten von der Weihung so vieler Hei-ligthümcr durch des Albertus Hand abermals den Schluß gezogen, daßer wohl als Architekt an diesen Bauwerken sich betheiligt, Pläne ent-worfen oder die Ausführung derselben künstlerisch geleitet habe. Wir

dem heiligen Sakramente und den Reliquien der Heiligen an die frühere Stelle derKirche veranstaltet. Vgl. Rolrarct, 8eript. orä. Rraeä. I, p. 168.

1) Ein Leoninischer Hexameter: XU>ertn8 Na§nu8 templum saeravit utagnus. So Gilbert de la Haye bei Leliarci I. e.

2) Relrarcl Lenklar. I, 168.

3) Rudolph.

4) Bianco, Geschichte der Universität Köln, I, S. 31.

5) Bianco a. a. O.

6) In der Urkunde deS elfteren Altares heißt es: In nomine Ualris et Rilii et8piritn8 8. e8t iroo altars conbeeratum in nomine L. Oatlrarinae et Nar§. etMe. a ven. Rr. Xlberto Dp. guancl. Rat. anno äom. 1274. Vgl. Bianco, Gesch.der Universität Köln. I, S. 31.

7) Vgl. Binterim 8uilrabanei 6olonien8e8 Rxtraoräinarii p. 40: Xantlris8t. Vietorm iimigmw bamlieae elrorum eonsseravit. Krensers Kirchcnbau I, 377.Wahrscheinlich war es der Westchor, vgl. Schnaase, V, 577.

8) Rudolph.