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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der sel. Albertus visitirt noch Klöster und weiht Kirchen. 203

hier hatten unterdessen arge Kämpfe gewüthet zwischen der Bürger-schaft und dem Bischöfe, von dessen Oberherrlichkeit sich jene gleichfallsvöllig zu befreien suchte. Aber auch herrliche Gottesbanten warenunterdessen zur Vollendung gekommen oder gerade im Entstehen be-griffen, so vor Allem der wunderbare Münster, dessen Langhaus soebenseiner vollendeten Erneuerung im Geiste wvhldnrchdachter französischerGothik entgegenging '). Albertus erquickte zuerst mit seiner Einkehr dasKloster der Predigerbrüder, deren den Charakter aller Ordensbautentragende große Kirche wohl gleichfalls schon vollendet war. Dannaber nahm er ans die Bitten des Bischofes, der den berühmten Mei-ster mit hoher Verehrung begrüßte, die Weihe von 150 Priestern undvon 400 andern Klerikern vor. Ja auch einen Altar in der kleinerenPeterskirche soll er zu Ehren der hl. Kolumba consekrirt haben.Leider sind uns nicht mehr Aufschlüsse über jene Wanderungen desAlbertus im Südosten Deutschlands erhalten, obwohl er gewiß nochöfter dort bischöfliche Akte zu vollführen hatte ^).

Aber auch nachdem der greise Mann wieder nach seinem Klosterin Köln heimgckehrt war, wurde er nie ganz verschont mit der Uebcr-tragung solcher Acmter. Rudolph erzählt:Der Erzbischof von Köln,Siegfried von Westerburg °), in wahrer Liebe dem Albertus zugcthan,

Heinrich IV. von Geroldseck, der i. I. 1268 regierte. Damit stimmt auch übereinWimpfeling (bei Ost. I, p. 208), der bezeugt, Xldertum Lpiseopunr venis8e Xrgen-tinanr ae in necke 8t. keiri juniorin arairr guanckam in konorom 8t. Oolumliae V.et Nart. conseerasss manibus suis anno ckoinini NLODXVIIl. Ebenso Binte-rim, der beisetzt, es sei jene Priesterweihe am Charsamstag geschehen, welches i. I.1268 der 7. April gewesen. Vgl. Kreuser, chr- Kirchenbau 1, S. 378.

1) Es wurde 1275 vollendet, nachdem es um die Mitte des Jahrhunderts inAngriff genommen war. Der Urheber des Planes ist unbekannt. Erwin von Stein-bach erhielt erst 1277 die Ausführung der berühmten Fa?ade. Vgl. Schnaases Ge-schichte der Kunst V, 509.

2) Jetzt städtische Bibliothek. Sie hat noch die Säulen statt der Pfeiler, keinKreuzschiff, einfache Gewölbe mit Kreuzgurten, einen eleganten Dachreiter, keinenKapellenumgang u. s. f.

3) Noch eine der interessantesten Kirchen Straßburgs, Klein St- Peter. Obigesbezeugen Rudolph und Wimpfeling a. a. O. Prussia sagt bloß, 100 Kleriker habe ergeweiht an einem Tage. S. 273-

4) In Straßburg hat sich übrigens sein Andenken im Sinne obiger Sagen er-halten. Königshofen und Closener nennen ihn dengroß Meister Albrecht, der einenTeufel bezwungen habe, um von ihm heimliche Sachen zu erfahren." Vgl. Kreuser,I, 379.

5) Dieser kam erst i. I. 1275 zur Negierung. Ohne Zweifel stand Albertus