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Kapitel XXVIII.
Jahre 1264 vollendet dastand *). Aber noch war die bischöfliche Weihenicht geschehen. Wie erwünscht mußte also den Brüdern die Ankunftdes Albertus seyn! Ans ihre Bitten weihte er nun wirklich den Chorder Kirche zu Ehren des heiligen Patriarchen Dominikus ein, wie erauch die vier Altäre der Schiffe consckrirte.
In welchem Jahre dieser bischöfliche Akt durch unseren MeisterAlbertus vorgenommen worden, ist nicht mit völliger Sicherheit zu be-stimmen. Doch scheint das Jahr 1269 die meiste Wahrscheinlichkeit fürsich zu haben ^).
Auch das blühende Kolmar (Ooluinlmrirnn) im Elsaß rühmt sich,damals durch einen Besuch des großen Bischofs Albertus beglückt wor-den zu seyn. Er soll auch hier zwei neue Gotteshäuser consecrirt ha-ben, die zierliche Kirche der mindern Brüder und die der Augustiner-nonnen, welche unter der Leitung der Predigermönche standen. Dieletztere wurde auf den Namen des Vorläufers Jesu Christi geweiht^).
Daß Albertus auf jenen Wanderungen, die er nach seiner Verach-tung auf den Bischofstuhl zu Regensburg vornahm, auch Straßburg,die stolze Reichsstadt, wo er früher schon als Lehrer mit Segen ge-weilt, wieder besucht habe, ist über allen Zweifel erhaben, wenn wirauch das Jahr nicht mit völliger Sicherheit angeben können ^). Auch
1) Auch diese schöne Kirche steht noch, gleichfalls profanirt. Vgl. über sie dasWerk; Die Dominikanerkirche in Basel von L. A. Bnrkhardt und Chr. Riggenbach.Basel bei Bahmeier 1855. Das Langschiff ist noch Säulenbasilika mit acht Säulenund flacher verschalter Decke (zwischen 1232—1264?), der Chor ein ganz verschiede-ner Bau, hat sieben lanzettförmige Fenster mit einem Stabe in der Mitte, schlanke,runde Säulen tragen die Gräte des Gewölbs. lieber den Fenstern zwischen je zweiStreben sind zwei Rosen in Kleeblattform angebracht. Die Verfasser nennen den Al-bertus als den vermuthlichen Schöpfer des Chorplanes, ohne einen andern Grund zuhaben, als weil dieser Bau mit den Predigerkirchen in Negensburg und Bern (?)große Aehnlichkeit hat. Diese Aehnlichkeit ist wieder die mit allen Kirchen derBettel-Orden, Mangel eines Krcuzschiffes, Thnrmes und äußerer Ornamentation beimeinfachsten Stab- und Maßwerk des Innern.
2) Rudolph nennt das Jahr 1268. Aber in Luntkemii LlonsstsiiologiaUraneonias (Oel. II, p. 609) lese ich: Xnno äornini lVlOODXIX edorus, inasussliars Leolesias et guatuor altaria in ciieto convsntu Lasiieensi ad XldertolVl. bipisoopo Ratisponensi eonseerata sunt.
3) So berichtet Rudolph.
4) Rudolph erzählt, Albert habe im I. 1268 zu Straßburg ans Bitten desBischofs Walter von Geroldseck 150 Priester und 400 Kleriker geweiht. Da aberBischof Walter schon i. I. 1263 starb, so ist entweder das Datum oder der Nameunrichtig. Wahrscheinlich verwechselte der Chronist jenen Bischof mit dem späteren