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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXVIII.

fehlte gewiß nicht jene Eigenschaft aller Heiligen der Kirche: KindlicheAndacht zur Gottesmutter Maria!

Kapitel xxvm

Der selige Albertus visitirt noch Klöster und weiht Kirchen.Fromme Sprüche desselben.

Die letzten Abschnitte zeigten uns den Meister Albertus, wie erabermals in seiner trauten Zelle des Predigerklosters zu Köln in diesüßesten Betrachtungen über die höchsten Geheimnisse des Glaubensversunken ist, und die Früchte dieser seligen Stunden dann auf derLehrkanzel oder in Schriften mit Emsigkeit an seine Gefährten ver-theilt. Doch dürfen wir wieder nicht glauben, daß der ehrwürdigeGreis etwa das letzte Dezennium seines mühevollen Lebens in dieserheiligen, von ihm so sehr ersehnten Zurückgezogenheit seines Klosterszu Köln zubringen durfte. Diese völlige Ruhe wurde ihm erst in denletzten zwei Jahren seines Lebens zu Theil als Vorspiel und Vorbe-reitung der ewigen Ruhe, in die er bald eingehcn sollte. Aber bisdahin, so lange er im Vollgennß der geistigen und körperlichen Kräftestand, war nicht Ruhen, sondern Arbeiten, äußeres Wirken, Strebenund Schaffen sein Antheil.

Albert wünschte nichts sehnlicher, als in der Stille seines Klostersbleiben zu dürfen. Aber die Liebe Christi drängte, das Verlangenklösterlicher und städtischer Gemeinden, sowie der Wunsch der Obcrhir-tcn zwang ihn nur zu oft, seines Klosters traute Räume zu verlassen,in Mitte der geräuschvollen Welt wieder zu erscheinen, beschwerlicheReisen zu unternehmen, fremde Lasten sich aufzuladen und für dieWahrheit öffentlich Zeugniß zu geben. Wir haben eine ganze Reihesolcher Akte öffentlicher Wirksamkeit, die in den letzten Zeitraum desLebens unsers Albertus fallen, in den nächsten Schilderungen zusam-menzustcllen.

Noch immer lag dem Albertus die Blüthe des Ordensstandcs vorAllem am Herzen. So oft ihm daher von den Obern das mühseligeAmt der Visitation eines Klosters anfgctragen wurde, scheute er, vollEifer für die Zier des Hauses Gottes, noch immer nicht die Beschwer-den eines weiten Weges, wenn er nur Gutes stiften konnte'). Oder

1) So berichtet Rudolph.