200 Kapitel XXVII.
und geboren habe, und endlich ob sie sammt dem Leibe in den Himmelanfgcnommen worden.
Um eine Anschauung der Behandlung dieser Fragen zu geben,will ich eine kurze Entwicklung des Albertus ansühren.
Die 98ste Frage lautet: „Hat die seligste Jungfrau die siebenfreien Künste im Ganzen innc gehabt?" Dich führt er so ans:„1. Es scheint, denn cs heißt: Die Weisheit hat sich ein Hans erbautund sieben Säulen ausgchaucn. Jenes Haus ist die heilige Jungfrau,die sieben Säulen sind die sieben freien Künste I; darum hatte die hei-lige Jungfrau die Kenntniß der siebe» freien Künste.
2. Im Exodus 12 verlangt ein Weib von ihrer Nachbarin gol-dene und silberne Gefäße. Das erklären die Glossen und die Heiligenvon den weltlichen Wissenschaften. Darum müssen die Heiligen dieweltlichen Wissenschaften kennen, also hat sie auch die seligste Jungfraugekannt.
3. Im Hvhenliede 4 heißt es: Tausend Schilde hängen an ihm,die ganze Rüstung der Starken. Der Thurm Davids ist die heiligeSchrift, die Schilde sind die natürlichen Wissenschaften; darum gehö-ren die freien Künste zur Rüstkammer der heiligen Schrift; darum ist esSache der Heiligen, sie zu kennen; also war es auch Sache der heili-gen Jungfrau.
4. Endlich: Einige Heilige werden gelobt wegen solcher Wissen-schaften, wie der heilige Dominikus, der zuerst in den Schriften überdiese Wissenschaften unterwiesen ward, dann zum Studium der höch-sten Wahrheit überging. So der heil. Gregorins, der in den libe-ralen Wissenschaften Keinem nachstand, so der heil. Bincentius, dieheil. Katharina und viele andere. Also durfte der heiligen Jungfraudieses Lob nicht fehlen."
Aus diesen Andeutungen wird der Charakter des ganzen Buchesunschwer zu erkennen seyn. Es ist weniger eine gelehrte dogmatischeErörterung, als ein umfassendes Gedicht in Prosa, ein Loblied auf dieHimmelskönigin Maria, wobei die Phantasie des Dichters wie eineemsige Biene von allen Feldern der Schöpfung und allen Fluren derWissenschaft den Honig der Beweisgründe für ihre Lobpreisung zusam-menträgt. Zwar finden alle dogmatischen Fragen, die man gewöhnlich
ginale nee Nabers nee unguam Nalzuisse, major guiäsin post illam est, origi-nale lialniisse seä statiin et oinnino ad illo innnäatum esse: ergo Neata Virgoclebuit gniäein in original! eoneipl seä statiin al, illo inunäari.
1) Grammatik, Rhetorik, Dialektik (darin begreift er Jurisprudenz, Logik undPhysik hier), Musik, Astronomie, Arithmetik, Geometrie.