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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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199
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Von der Liebe des sel. Albertus gegen die glorreiche Jungfrau. 199

Fürstenthümern, von den Mächten, von den Kräften, von den Herr-schaften, von den Thronen, einer von den Cherubim oder Seraphim?Sollten alle drei Klassen der Engel zugleich die Sendung übernehmen,oder alle Engel zugleich? Oder sollte der Vater die Verkündigungausführen, oder der Sohn, oder der heilige Geist? Oder die ganzeheilige Dreifaltigkeit?

Die dritte Frage lautet: In welcher Gestalt ist der Engel er-schienen? In Gestalt einer Schlange, oder in Gestalt einer Taube,oder in Gestalt eines Menschen und warum? Die ferneren Fragenlauten: In welchem Geschlecht ist der Engel erschienen? In welchemAlter, als Knabe oder Jüngling? In welchem Kleide ist er erschie-nen, in weißem, schwarzem oder zweifarbigem Kleide? Zu welcher Zeitist die Verkündigung geschehen, am Morgen, Mittag, Abend oder umMitternacht? In welcher Stadt geschah die Verkündigung am Pas-sendsten? u. s. f.

Auf gleiche Weise werden später die Fragen aufgeworfen, obMaria alle Gnaden besessen, die heiligmachenden und überströmcndcn(ZMis clutuo), die sieben Gaben des hl. Geistes, ob sie die Königinder einzelnen Chöre der Heiligen gewesen, ob sie die Kardinaltngen-den, die theologischen und einzelnen Tugenden gezeigt, ob sie dieacht Seligkeiten an sich gehabt, ob sie die Vorzüge aller Wesen in sichvereint, wie sie dem Leibe nach gewesen, wie groß, wie ihre Haut-farbe ') (roth und weiß gemischt), wie die Farbe ihrer Augen (schwarz),ihrer Haare (schwarz), ihr Alter gewesen, ob die heilige Jungfrau dieTaufe, Firmung, das heilige Altarssakrament, die Buße, Priesterweiheund letzte Oclung empfangen, ob sie alle Wissenschaften und Künsteinne gehabt, die weiblichen Arbeiten, die freien Künste, Logik, Meta-physik, Mathematik, Astronomie, Musik, Medicin, Jurisprudenz, Theo-logie 2 ), ja ob sie Alles gewußt; endlich, ob sie voraus verkündigt, wun-derbar empfangen^), der Sünde und des Todes fähig, wie sie empfangen

1) Er gibt überall physiologische und physiognomische Gründe an. So sagt ervom Gelb: Diese Farbe deutet an die Herrschaft der Kälte im Leibe; je kälter vonNatur, desto reiner; darum muß wohl der reinste Leib diese Complexion haben.

2) Eigentlich heißt es: Ob sie die Sentenzen des Petrus Lombardus gekannt?gu. 85.

3) In Bezug auf die Empfängniß Mariä spricht sich Albert hier wie in allenSchriften noch für die Reinigung der hl. Jungfrau von der Erbsünde im Momente derEmpfängniß aus; er findet dieses im Ansspruch: kligrs seä tormosa angedeutet, aberdoch redet er manchmal in solcher Weise davon, daß es dem Dogma der unbeflecktenEmpfängniß nahe kommt. Hier sagt er: knritas cksi Kommis ost, peeeatum oii-