Von der Liebe des sel. Albertus gegen die glorreiche Jungfrau. 197
doch seine Schrift Nnrinle oder über den englischen Grußgenügend, um uns von seiner Liebe zu Maria, von seiner Auffassungihrer Stellung zum Erlösungswerke, ihrer Größe und Herrlichkeit zuüberzeugen.
In dieser umfassenden Schrift') legt er sich 230 Fragen vor inBezug auf das Geheimnis; und Evangelium der Verkündigung,lieber den Ursprung und Zweck des Werkes spricht er sich in der Vor-rede unter Anderem also aus: „Es steht geschrieben (Eccl. 24): Wervon mir ißt, wird wieder hungern, und wer von mir trinkt, wiederdürsten. Wer mich hört, wird nicht zu Schanden, und wer in mirwirkt, wird nicht sündigen. Die mich an's Licht stellen, werden dasewige Leben haben. Im Vertrauen aus dieses reiche Versprechen legeich die Hand an das Werk. Sonst würde ich mich wahrlich über dieKleinheit meines Geistes und Wissens zu sehr erheben. Ich weiß aber,daß die Hand Gottes noch nicht verkürzt ist, sondern daß dem, derglaubt, noch Alles möglich ist. Das Werk, das ich beginne, beschreibtnun den Anfang der Menschwerdung des Herrn und das Geheimnis;unsrer Erlösung. Ich unternehme es aber zum Lob, zur Glorie undzur Ehre der ruhmreichsten und allein über alle Kreaturen verehrtenJungfrau und Mutter Gottes, im Vertrauen auf ihre bcsondre Hilfeund aus ihre Barmherzigkeit, die der sicherste Anker meiner Hoffnungist und erwarte von ihr glückliche Vollendung und Lohn für die Arbeit.Sie bewog meinen Willen, brachte mich zum Thun und steht meineAbsicht. Ich bitte also vor Allem die Barmherzigkeit Gottes und denallmächtigen Vater der Erbarmungen, der im unzugänglichen Lichtewohnt, daß er mit dem Lichte seiner Klarheit verscheuche die Täuschun-gen des Jrrthums, das Unkraut der Falschheit, das Haschen nack-eitlem Lob und mir verleihe, das Rechte zu sehen und das Wahre zu
vom hl. Laurentius, Pönitentiar von Rotterdam (kotlromaAsnsis), wie AlexanderNatalis mit den besten Zeugnissen beweist, Xtex. X. bist, eeclss. t. XV, x. 238.Auch ich stimme aus innern Gründen dafür, da die schwülstige, pomphafte Schreib-art, die sich schon im Prolog zeigt, und der Mangel an Takt und Geschmack in derAuswahl des Stoffes nicht mit der Weise des Albertus übereinstimmt. Ncbrigensenthält dieses kolossale Werk wirklich Alles, was über die Gottesmutter je gesagtworden und wohl auch gesagt werden kann; alle möglichen Tugenden, Privilegien,Schönheiten, Bilder Mariens find erschöpfend bis in's Einzelnste ausgesührt. Sei-nen Namen verschweigt der Verfasser absichtlich. Vgl. Prolog II.
1) Bd. XX bei Jammy. Diese nennt Antoninus in seinem Chronikon o. 11 dieeinzig ächte Schrift des Albertus über Maria.