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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXVII.

der Engel erleuchtet hast. Am Schlüsse fleht er also:Gib mir einenlichtvollen Verstand, richtige Begriffe, starken Geist, sichere Wissenschaft,festen Glauben und entsprechende Rede, die meinen Zuhörern Gnadeverschafft; nämlich eine Rede, welche dient zur Bestärkung im Glau-ben, zur Erbauung der Kirche und zur Ehre des Namens deines Soh-nes unsers Herrn Jesu Christi, zum beständigen Lob und zur Verkün-digung deiner Barmherzigkeit, die du einem so unwürdigen Sünder dieGaben deiner Barmherzigkeit zu spenden und durch seine ZungeWunder deiner Macht zu wirken nicht aushörst Z!"

Wie aber Albertus durch Wort und That ein eifriger Lobpreiserund Nachfolger Mariens war, so drängt die Liebe ihn, auch andrezur Begrüßung und zur Nachfolge der Gottesgebärerin aufzufordern.So sagt er in seiner Postille Z:Maria wird im Gemache ohne Weh(^Vs) das Gemach des Wortes, das Brantbctt des ewigen Bräu-tigams, der Palast des Sohnes Gottes, des höchsten Königs, das La-ger der ganzen Dreifaltigkeit und die Bauhütte (Lkrioa kübrieutorisiinuiäi) des Baumeisters der Welt. Laßt uns also sie häufig undweise (suxieutör) begrüßen. Häufig, so daß sie weder vom Herzennoch vom Munde weiche, wie Jsaias räth: Singe gut, mache häufigden Gesang, daß man dein gedenke. Weise, so daß wir sie mit An-dacht begrüßen, damit sie uns nicht etwa sage: Dieses Volk ehrt michmit den Lippen, aber sein Herz ist weit von mir, ohne Ursache lobensie mich. Weise, so daß der Grüßende mit der Begrüßten ähnlich ist,daß der Gruß mit der Herzensmeinung übereiustimmt. Denn wie kannein Wollüstling die Jungfrau, ein Stolzer die Demüthige, ein Ver-fluchter die Gebenedeite zu grüßen wagen?"

So wirkte Albertus also unablässig zu Ehren Mariens. Beson-ders aber sind einige größere Schriften lebendige Denkmäler seinerunbegränzten Ergebenheit gegen Maria, seiner beständigen Betrachtungihrer Herrlichkeiten und der sie betreffenden Geheimnisse. Wenn wirauch das große Werk,das Lob der heiligen Maria (äs luuäibusbsutas Nurirro)," nicht dem Albertus zuschreiben können, obwohl dieälteren Berichterstatter es unter seinen Schriften nennen^), so ist

1) Prussia S. 193.

2) Nach Prussia S. 194.

3) Rudolph nennt es, obwohl seine Aussprüche auch auf das ächte Werk Älbertssich beziehen, ein Buch, voll der Andacht, Süßigkeit, Glanbensstrenge und der Lob-preisungen. Er meint sogar, Albert sei hiebei durch eine Erscheinung der hl. Jung-frau erfreut worden. Doch ist diese Schrift nicht von Albert, sondern von Richard