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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXVI.

Tode befreit. Rom. 5: Es zeigt Gott seine Liebe; denn da wir nochSünder waren, ist Christus für uns gestorben. Weil fick Christus einWaizenkorn nennt (Arairum lrrurronti), hält die Kirche fest, daß sie denLeib des Herrn aus keiner andern Art des Brodes verwandelt.Vom Dritten heißt es bei Zach. 9: Was ist gut und schön an ihm,als das Brod der Anserwähltcn? Darunter versteht er das schönste,süßeste und edelste Brod des Leibes Christi in der Glorie der Se-ligen."

Bei den Eigenschaften der Seele, die zum Empfang der Euchari-stie erfordert werden, erklärt Albertus auch die Nothwendigkeit desCölibatcs für die Priester und Religiösen, indem er sagt'):Von derewigen Enthaltsamkeit der Ordenslente und der mit den hl. WeihenGeschmückten heißt es Luc. 12: Eure Lenden seien nmgürtet und ihrsollt ähnlich scyn solchen, die ihren Herrn erwarten. Denn weil solcheimmer wachen und bereit scyn müssen, um ihren Herrn zu empfangen,dürfen sie nie den Gürtel der Enthaltsamkeit lösen, sondern müssen all-seitige und beständige Keuschheit bewahren. Lev. 21: Die Priestersollen heilig seyn ihrem Herrn und seinen Namen nicht beflecken. Dennden Weihrauch des Herrn und die Brode ihres Gottes werden sieopfern und darum sollen sie heilig seyn. Hierüber sagt Beda der Ehr-würdige: Wenn die Priester des alten Testamentes, sobald die Reihean sie kam, die vorgeschriebcnen Opfer im Tempel zu bringen, vonihren Frauen fern bleiben mußten, wie viel mehr müssen unsre Prie-ster, die immer bereit seyn müssen, den heiligen Leib des Herrn zu con-sccriren, beständige und ewige Keuschheit bewahren!"

In jener Rede, welche die von Gott in diesem Sakramente ge-wirkten Wunder schildert, erzählt Albert einige amnuthige Legenden,wovon ich gleichfalls eine mittheilen will. Sie zeigt, wie sehr Alber-tus die ganze Glanbensinnigkeit und Naivität jener Jahrhunderte be-wahrt hat, und lautet also:Es war ein Priester, mit Namen Aegy-dius, ein sehr frommer Mann. Da er ein heiliges Leben führte, be-gann er mit frommen Bitten Gott zu bestürmen, daß er ihm das na-türliche Fleisch und Blut Christi zeigen möchte. An einem Tage brachteer in gewöhnlicher Weise das Opfer dar. Nach dem Agnns Dei fiel eraus die Kniee und sprach: Allmächtiger Gott, mein Schöpfer und Er-löser, enthülle mir Unwürdigen die Natur des Leibes Christi, damit ichihn sehen möge in der Gestalt eines Kindes, wie es einst wimmerndin dem jungfräulichen Schooße seiner Mutter lag! Und siehe, ein

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