Von der Andacht des sel. Albertus zum hl. Sakrament. 191
aus den Name», die dasselbe trägt. Einer dieser Namen ist Eucharistie,welches so erklärt wird '): „Eucharistie heißt gute Gabe (dorm Aimtiu).Gnade ist die Einströmung der göttlichen Güte in die Seele, durchwelche sie Gott verähnlicht, ihm wohlgefällig iMd des ewigen Lebenswürdig wird. Und in dieser Hinsicht hat der Leib des Herrn drei Wir-kungen; er macht die Seele Gott ähnlich, macht sie Gott lieb und werthund erthcilt ihr das ewige Leben. Vom ersten heißt es II. Petr. 1:Christus hat uns durch seine eigene Herrlichkeit und Macht die größ-ten und köstlichsten Verheißungen geschenkt, damit wir dadurch dergöttlichen Natur theilhaftig werden, d. h. Gott ähnlich durch wahreGüte. Vom zweiten heißt es Hohcl. 7: Wie schön und wohlgestaltetbist du Geliebte in den Genüssen! Er will damit gleichsam sagen:Weil du mit der zarten Nahrung des Fleisches und Blutes Jesu Christigenährt bist, bist du gar schön geworden und Gott wohlgefällig. Vomdritten heißt cs Joh. 6: Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt,hat das ewige Leben."
Bei der Frage, warum Christus Waizenbrod zur Verwandlunggenommen, sagt Albertus, nachdem er sechs andre Gründe entwickelthat r), zum Schlüsse nock: „Das geschah wegen der Aehnlichkeit seinesLeibes mit dem Waizenbrod. Denn man kann den Waizen dreifachbetrachten, nämlich, wie er im Haufen liegt, wie er in der Erde liegt,und wie er.zu Brvd gebacken ist. In elfterer Hinsicht bedeutet er denLeib, wie er von der Jungfrau empfangen ist, in zweiter, wie er für unsin der Welt gelitten hat, in dritter, wie er im Himmel verherrlichtist. Im Ersten wird die Mutter Christi sehr geehrt, im Zweiten wirdder Sünder befreit, im Dritten der Selige beglückt. Vom Ersten heißtes Hohes. 7: Dein Schooß ist wie ein Waizenhaufen, umringt vonLilien. Dieser Schooß ist der Leib der seligsten Jungfrau. Bei Lucasheißt es darum: Selig der Leib, der dich getragen. Der Waizenhau-fen sind die Glieder Christi, wie sic im Schooße der heiligen Jungfrauruhten. Die Lilien sind der Schmuck aller Reinheit, welche die Glie-der und Sinne der seligen Jungfrau schmückte. Vom Zweiten heißtes bei Joh. 12: Wenn das Waizcnkorn nicht in die Erde fällt undstirbt u. s. f. Wenn es aber gestorben ist, bringt es viele Frucht.Denn Christus hat durch seinen Tod das Menschengeschlecht vom ewigen
1, k. 290.
2) Hiebei kommt der eigenthümliche Ausspruch vor: Wie nach den Alchemisten(Goldmachern) ans allen Arten der Metalle durch Reinigung Gold bereitet wird, sowird aus allen Getreidkörnern durch die Güte des Bodens am Ende Waizen (!)-