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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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189
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Von der Andacht des sei. Albertus zum hl. Sakrament. 189

erschöpfend, als klar, eben so belehrend für den Theologen wie ver-ständlich für den Mindergeschnlten zu nennen keinen Anstand nehmen.

Doch war dem glühenden Eifer unsers Meisters, das heilige Ge-heimniß zu verherrlichen, dessen Erkenntniß und Liebe allüberall zu ent-zünden, damit noch keineswegs genügt. Albertus wünschte sehnsüch-tig, daß die Prediger häufig die hl. Eucharistie zum Gegenstand ihrerVolksbelehrungen machen, daß sie die in diesem Geheimnisse verborge-nen Wunder der göttlichen Freigebigkeit und Allmacht den Gläubigenenthüllen sollten. Damit ihnen nun dieses segcnvolle Geschäft erleich-tert würde, hat der alte Meister selbst den ganzen Lehrstoff über diesesSakrament nochmal in andre Form gegossen, indem er ihn in zweiund-dreißig Predigten zerlegte. Das sind jene Reden über die hoch-heilige Eucharistie, welche sich gleichfalls noch erhalten haben'),und denen schon der Herausgeber der Schriften des Albertus den Na-men der wahrhaft göttlichen gegeben hat.

Albertus sagt selbst in der Vorrede, daß er mit diesem Werkeden Predigern ein geeignetes Hülssbnch, eine Rüstkammer, eröffnenwolle, um dadurch das Leben der Seelen zu vervollkommnen. Er er-klärt:Aus dem, was wir hier gesagt, festgesetzt und durch Stellender heiligen Schrift reichlich belegt haben, wird, wenn Gott die Gnadegibt, eine ganze Menge von Predigten hervorsprosscn. Bald kann dasEine, bald bas Andre, oder doch ein Thcil von dem Einen, ein Theilvon dem Andern, nach Zeit und Ort nützlich seyn zur Stärkung desGlaubens in den Seelen, zur Vervollkommnung des Lebens und zurErweckung der Andacht."

Und so verhält es sich auch. Diese Predigten mit ihren trefflichgewählten Punkten bieten überreichen Stoff, um Monate und Jahrehindurch über das Sakrament der Liebe zum Volke zu sprechen.

Da mir diese Reden die Perlen in der reichen Schatzkammer derhomiletischen Werke des Albertus scheinen, und da sie auch in andrerHinsicht manches Bemerkenswerthe enthalten, möge mir erlaubt seyn,wieder einiste Auszüge mitzutheilen.

Den ganze» Lehrstoff über die hl. Eucharistie zerlegt sich der Mei-ster in sieben Abschnitte, welche die einzelnen Momente der Lehre aberin stetem Zusammenhänge mit einander darlegen. Er bespricht 1) dieUrsachen der Einsetzung dieses Sakraments, und führt hier drei solchean, nämlich es soll seyn ein Gedächtniß des Leidens Jesu, ein Opferund eine Speise.

1) Bd. XII- 8srmones vere äivi»i.