Von der Andacht des sel. Albertus zum hl. Sakrament. 187
Himmel eingeführt zu werden, also nicht weil der Sohn ihm gesandtwird, der immer bei ihm ist, sondern weil wir in der Hostie Gott alsOpfer gesandt werden!"
Während der Erhebung der Hostie, sagt Albert, wird mit denGlocken geläutet, damit die nicht Gegenwärtigen dem kommenden Herrnauch ihre Verehrung darbringen').
lieber die Weise der Wandlung sagt Albert: „In dem Sakra-mente wird ans neue Weise die Wirkung herbcigcsührt, daß das Brodsakramental in den Leib Christi verwandelt wird, so daß die Substanzdes Brodcs weder vernichtet, noch altcrirt oder ihrer Wesenheit nachverändert wird, sondern ohne alle Zuthat oder Acnderung wird dieganze Substanz des Brodcs in Materie und Form verwandelt in denLeib Christi 2), ohne daß dem Leib Christi etwas beigefügt und ohnedaß in ihm etwas geändert wird. Diese Verwandlung haben die Wei-sen und Lehrer des christlichen Gesetzes mit dem eigentümlichenNamen Transsnbstantiation genannt."
Hiebei rühmt sich Albert nicht, die Geheimnisse des heiligen Sa-kramentes zu ergründen, sondern er sagt: „Vieles bleibt in den Ge-heimnissen Gottes noch, was der menschliche Geist nicht begreifen kann;dieses ist dem Lichte des heiligen Geistes und dem Feuer der Andachtzu überlassen ohne lange Spekulation^)."
lieber die Form des Sakramentes erklärt sich Albert am Schlüsseso: „Ohne Präjudiz sage ich, zur Form gehört nur der AnsspruchChristi: Das ist mein Leib. Das ist der Kelch meines Blutes (Hocest corpus irienm. 81 c sst cnlix snnAuinis inci) ss."
Den Streit, ob Christus ungesäuertes Brod oder gesäuertes con-
1) ?. 94.
2, ?. 105.
3) k. 107. Uebrigens bestreitet er den Magister Petrus Lombardus hier scharf,der sagte: Die Accidentien bleiben ohne Subjekt. Albert sagt: „Ein Accidens kannnicht seyn ohne das, worin es ist. Es ist auch nicht genug zu sagen: Das geschiehtdurch ein Wunder. Wir müssen Rechenschaft geben. Die Accidentien sind nur mehrda als Zeichen der Nahrung; dieß bewirken sie nur durch ihre Erscheinung; Liesewirkt nicht durch materielle Kraft, sondern nur durch die Idee (Form der Intention).Darum ist's genug, wenn sie nur als sensible Intentionen im Sakramente bleiben,ohne Substanzen zu werden. Sie sind zu vergleichen dem Rauch ohne Feuer, demSchall, der ohne den sich bewegenden Körper wahrgenommen wird." Vgl. p. 112-
4) ?. 1l5.
5) ?. 116.