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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
185
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Von der Andacht des sel. Albertus zum hl. Sakrament. 185

haben wir dieses zum Ende aufgespart, um mit Andacht und Gründ-liclstcit davon in Muße handeln zu können. lind weil es manchmalin der Messe Gnade heißt, manchmal Geschenk, manchmal Speise,manchmal Kommunion, manchmal Opfer, manchmal Sakrament, so wol-len wir es in jene sechs Punkte zerlegen, und sorgsam untersuchen, wassich füglich von jedem sagen läßt, so weit uns es Gott zu enthüllen sichwürdigen wird."

In jenen sechs Abschnitten behandelt nun Albertus die gesammteLehre der Kirche und der Schule von der hl. Eucharistie mit einer soumfassenden Gelehrsamkeit'), solchem Scharfsinn, solcher Gründlichkeitund solchem Gcdankenrcichthnm, daß dieses Buch wohl als die Summedessen betrachtet werden kann, was über das heiligste Sakrament jegesagt worden ist und überhaupt gesagt werden kann. Vorbilder, Ma-terie, Form, Einsetzung, Wirkung der Eucharistie finden die ausführ-lichste Darstellung, ohne daß noch die zu sehr übertreibende Spitzfin-digkeit der späteren Scholastik Platz fände. Alles, was die neuereZeit über diesen erhabensten Gegenstand der Betrachtung geschrieben,kann fast nur als Fragment, als Nachklang zu jenem ernsten Lobge-sange des Albertus auf das Allerheiligste betrachtet werden!

Der gewaltige Umfang und der abstrakte Inhalt des Werkes er-laubt hier keine allgemeine Skizzirnng. Ich will daher nur einige.Stellen hervorheben, welche für Pastoral, Liturgik, Dogmatik oder Kul-turgeschichte von allgemeiner Bedeutung sind. Bei der Besprechungder Materie des Sakramentes sagt Albert, daß man nur natürlichenWein gebrauchen dürfe, nicht aber Quellwasser, Sumpfwasser, Lauge,Branntwein, Bier, Meth, Rautengeist (moretum, ein Getränk ausKnoblauch, Raule, Essig und Oel), Apfelmost, Rosenwasser, Veilchen-wasser , Ginsterwasscr und dgl., und er führt die Gründe an, warumdiese nicht als Materie genommen werden dürfen ^).

Bei der andern Substanz der Eucharistie nennt er nur Brod von

1) Nicht bloß die ganze heil- Schrift wird in ihren Bildern und Erzählungenzur Beleuchtung herbeigezogen, auch die hiehergehörenden Aussprüche der Väter wer-den angeführt, selbst die heidnischen Schriftsteller müssen dienen; so Virgil mit demschönen Ausspruch, der Alberts Wahlspruch zn sein scheint:

Es treten als Zeugen auf Aristoteles, Euklides, Cicero, Avicenna, Galenits- DieHauptgedanken kleidet er auch in Versform. So singt er:

2) k. 52.