Von der Andacht des sel. Albertus zum hl. Sakrament. 183
Von andern allgemeines Interesse bietenden Notizen hebe ich fol-gende hervor.
Albertus ist der Meinung, daß durch die vier ersten Concilien zuConstantinopel, zu Nicäa, zu Antiochia und Ephesus das auf dieMesse Bezügliche sei ungeordnet worden, Papst Gregor der Große habenur das Uebcrflüssige entfernt und Alles so geordnet, wie wir es jetztnoch haben.
Beim Dominus Vobiscnm bemerkt Albertus, daß der Priester sichumwendel und an der rechten Seite des Altars die Begrüßung ans-spricht. Wir sehen daraus, der Priester las damals nicht mehr dieganze Messe gegen das Volk gewendet, sondern wie jetzt, woraus aucherhellt, daß schon vollständige Altarausbauten vorhanden gewesen. Beider Sequenz bemerkt Albertus, daß die meisten Sequenzen vom AbteNotker aus St. Gallen stammen und nach der Melodie des langenAllelujah gemacht seien, daß aber noch immer viele neue gedichtetwürden. Der Subdiakon geht nach Albertus zur Epistellesung an denAmbo ohne Lichter, weil er noch Verhülltes, Dunkles (Altes Testament)verkündet. Bei der Lesung des Evangeliums, sagt Albertus, stehenAlle ans, die Gewänder, welche die Hände verhüllen, legen sie ab oderstreifen sie auf, um die Hände zum Kampf gegen den Satan frei zuhaben, Schleier und Hüte werden abgelegt, damit die Ohren geöffnetseien für das Wort Gottes ff. Die zwölf Artikel des Credo werdenvon Albertus den zwölf Aposteln beigeschrieben und gegenüber allenHäresien erläutert. Im Kanon, sagt Albert, wird für den Papst, Bi-schof nnd König mit Anführung von deren Namen gebetet ff. BeiAufzählung der Heiligen im Kanon wird erwähnt, daß Jakobus derJüngere an Leibesgestalt nnd Heiligkeit des Lebens dem Herrn ähnlichgewesen, daß Bartholomäus ein Evangelium geschrieben, und Clemensdie Akten des Petrus in zwölf Büchern verfaßt habe ff. Bei demMemento der Verstorbenen, sagt Albertus, soll nicht gebetet werden fürdie ganz Schlechten (Inden, Heiden, Häretiker, Lästerer, für die in derSchlechtigkeit bis zum Ende Verharrenden, die der Gebete der Kirchenicht Würdigen, und nicht für die ganz Guten, für die Heiligen, diedes Gebetes nimmer bedürfen, sondern für die mittelmäßig Guten,die nur läßliche Sünden ans sich geladen, und mittelmäßig Bösen, diedie schweren Sünden durch Buße abgebüßt, oder doch bloß wegen
1) ?. 31.
2) ?. 48.
3) ?. 52.